Dieses Teleskop habe ich 2016 zusammen mit einer kleinen EQ-1 Montierung und einem billigen Motorfokus (der nicht zum Teleskop passte) für unschlagbare 10,- € gekauft. Hatte jemand ganz in der Nähe inseriert und ich hatte es zufällig mitbekommen … und gleich zugeschlagen, obwohl ich für so einen kleinen Newton eigentlich keine Verwendung hatte. Aber wie heißt es so schön: Haben ist besser als brauchen.

Nach ein paar Jahren habe ich ihn dann aber doch mal hervorgeholt um damit und meiner ZWO ASI 120MC Planetenkamera erste Erfahrungen im Bereich EAA (Electronically Assisted Astronomy) zu sammeln. Man sprich hier auch von Videoastronomie. Hierbei werden Aufnahmen mit Belichtungszeiten im Bereich von etwa 10-20 Sekunden gemacht und mit einer Software live am Rechner gestackt. Man kann also – vereinfacht gesagt – live am Bildschirm zuschauen, wie ein Astrofoto entsteht, d.h. wie von Stack zu Stack das Bild immer weiter vom Sensorrauschen befreit wird und durch gezieltes Eingreifen in diverse Bildbearbeitunsparameter immer mehr Objektdetails zum Vorschein geholt werden können.
Da die ASI120 MC, die für Planeten- und Mondfotografie auch sehr gut, aber leider nicht sehr lichtempfindlich ist, beließ ich es aber bei ein oder zwei nächtlichen Versuchen. Da ich diese Art der Bildgewinnung aber sehr spannend fand, kaufte ich mir im September 2024 eine deutlich lichtempfindlichere Astrokamera, die noch dazu auch einen größeren Bildsensor besitzt – eine Svbony SV705C. Die Aufnahmesoftware die ich dafür nutze ist SharpCap Pro. Die EInstellmöglichkeiten sind sehr umfangreich und mit den integrierten Platesolving-Möglichkeiten ist auch das zielgenaue Anfahren von lichtschwachen Objekten damit sehr einfach.

Da der Akku meines Laptops nicht mehr so lange hält, habe ich mir 2026 eine mobile Stromversorgung gebaut. Damit bin ich nicht mehr an das 230V-Stromnetz gebunden und kann auch unter dunklerem Himmel, abseits der örtlichen Lichtverschmutzung mit diesem Livestackingsystem arbeiten.

Ein Problem beim beobachten mit Newton-Teleskopen ist, dass bei hoher Luftfeuchtigkeit die Gefahr besteht, dass der Fangspiege zutaut. Um dies zu verhindern, habe ich mir für den kleine Newton eine Fangspiegelheizung gebaut. Diese besteht aus zwei parallel geschalteten Reihenschaltungen von je 6 Widerständen mit einem Gesamtwiderstand von 90 Ohm.


Wie bereits erwähnt, war beim Kauf auch ein billiger Motorfokus dabei, der sich aber im Originalzustand nicht an den Okularauszug dieses Teleskops adaptieren ließ. Mit ein wenig Bastelarbeit hab ich es aber dennoch hinbekommen. Eine berührungslose Fokussierung ist schon sehr hilfreich.
