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Mein am häufigsten genutztes Fernglas ist seit September 2025 ein Canon 10×42 L IS WP.

Hierbei handelt es sich um ein Fernglas mit einer sehr hochwertigen Optik mit eingebautem, optischem Bildstabilisator. Ich habe mich lange davor gescheut, mir ein so teures Fernglas anzuschaffen, habe aber die Investition (gebraucht für 650,- €) bis heute nicht eine Sekunde bereut. Die Optik ist knackscharf, zeigt fast keine chromatische Abberation (Farbfehler) und der Bildstabilisator kompensiert das natürliche Muskelzittern der Arme komplett. Das Bild wirkt fast wie eingefroren, wenn man den Bildstabilisator zuschaltet. Dies hilft ungemein bei der Beobachtung von lichtschwachen Deepskyobjekten und bringt einen Zugewinn an Grenzgröße gegenüber einem unstabilisierten Fernglas. Die gut 4 mm Austrittspupille sind perfekt für die Beobachtung des Sternenhimmels unter einem guten Landhimmel und schon mit der „nur“ 10-fachen Vergrösserung kann man die Form und Struktur hellerer Deepskyobjekte bereits gut erfassen.

Der einzige Wehrmutstropfen ist das relativ hohe Gewicht dieses Fernglases. Die 1.110 Gramm (+ Batterie) sind für eine längere Beobachtung des Sternenhimmels schon nicht ohne …


Da das Fernglas objektivseitig über ein M52-Gewinde verfügt, habe ich mir dafür Filterfassungen mit Gewinde konstruiert und 3D-gedruckt (PETG), in die ich die bewährte Baader Sonnenfilterfolie montiert habe. Die Beobachtung der Sonne ist damit ein echter Hochgenuss und macht das Canon 10×42 IS zu einem perfekten Sonne-Schnellspechtelinstrument. Durch die gute Schärfeleistung dieses Fernglases kann man bei gutem Seeing neben den Sonnenflecken (Umbra und Penumbra werden kontrastreich dargestellt!) sogar bereits die Granulation auf der Sonnenoberfläche erkennen.


Für die Beobachtung unter Streulicht (Straßenlaterne, Mond, …) habe ich mir auch noch zwei Gegenlichtblenden konstruiert und ebenfalls aus PETG-Filament gedruckt. Diese werden zur Montage am Fernglas ebenfalls einfach in das M52-Gewinde geschraubt.


Vor etlichen Jahren konnte ich auf der ATT in Essen ein Pärchen UHC-Okular-Einschraubfilter für Fujinon-Ferngläser für einen schmalen Taler ergattern. Ich besaß zwar kein Fujinon-Fernglas, dank der Hilfe eines Freundes konnte ich die Filter, die ein M34-Feingewinde für die Befestigung an den Okularen besitzen, aber an mein 20×80 Triplet-Fernglas von TS adaptieren. Um die Filter für die kontrastfördernde Beobachtung von interstellaren Gasnebeln auch an den Okularen meines Canon 10×42 IS verwenden zu können, ohne auf die Okularmuscheln einen Gewindering aufkleben zu müssen, wie ich es bei meinem 20×80 FG gemacht habe, habe ich mir hierfür ebenfalls einen passenden Adapter konstruiert und 3D-gedruckt. Durch die Verwendung von flexiblem TPU-Filament halten die Filter sehr schön in den Adaptern.


Für die sichere Aufbewahrung habe ich mir auch gleich kleine Dosen mit Schraubdeckeln konstruiert und gedruckt.


Ein weiteres kleines Gadget habe ich mir auch noch konstruiert und 3D-gedruckt – eine Gesichtsfeldschablone im passenden Maßstab für die Nutzung mit dem Deepsky Reiseatlas aus dem Oculum Verlag.


Technische Daten:
Vergrößerung: 10-fach
Öffnung: 42 mm
Austrittspupille: 4,2 mm
Gesichtsfeld: 6,5° (114 m auf 1.000 m)
Scheinbares Gesichtsfeld: 58,2°
Objektivaufbau: 4 Linsen (in drei Gruppen)
Okularaufbau: 7 Linsen (in fünf Gruppen)
Augenabstand: 16 mm
Naheinstellgrenze: 2,5m – ∞
Betriebsumgeben: -10°C – +45°C (90% rel. Luftfeuchte)
Gewicht: 1.110 g