Hier möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Heiko Mehring, lebe in einem Ortsteil der hessischen Kleinstadt Korbach, bin 54 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern, Elektrotechnikermeister und als Netzmeister in der Netzleitstelle des Energieversorgers EWF – Energie Waldeck-Frankenberg GmbH beschäftigt.
Für die Astronomie interessiere ich mich seit meiner Kindheit. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin verborgen, dass ich schon immer von (unendlich) großen Dingen fasziniert war. Seien es die längst ausgestorbenen Dinos, die Pyramiden von Gizeh, Wolkenkratzer und Brücken, aber auch hohe Berge und dass vom Ufer aus betrachtet, unendlich groß wirkende Meer. Bei vorgenannten Dingen blieb es in meiner Kindheit beim Lesen des ein oder anderen Buches oder dem Anschauen einer Doku im Fernsehen. Bei der Astronomie sollte es aber tiefgründiger werden.
Im Alter von etwa 14 Jahren kaufte ich mir mein erstes Teleskop – ein Linsenfernrohr mit 60mm Öffnung und 700mm Brennweite. Aus mehreren Gründen verließ mich aber die Faszination des Beobachtens relativ schnell wieder. Das kleine Teleskop verkaufte ich nach wenigen Jahren des „in-der-Ecke-rumstehens“ an einen Freund. Eine Kleinanzeige Mitte der Neunziger entfachte aber die Beobachtungslust erneut. Mit einem Newton-Spiegelteleskop mit 76mm Öffnung und ebenfalls 700mm Brennweite und den gleichen schlechten Okularen auf ebenfalls wackligem Stativ, zog ich wieder raus in die Nacht. Aber auch dieses Rohr stand die meiste Zeit ungenutzt im Keller. Zu „besonderen Anlässen“ wurde es aber hervorgeholt. Z.B. die totale Sonnenfinsternis 1999 oder auch der 2004 stattgefundene Venustransit wurden von mir damit beobachtet, wenngleich ich die Totalität der SoFi dank starker Bewölkung nicht beobachten konnte.
Sonst aber blieb dieses Teleskop in den Jahren nach seiner Anschaffung meist ungenutzt. Zu dem Zeitpunkt war auch ein anderes Hobby mein Hauptzeitvertreib – die Musik. Als Keyboarder und Bassist diverser kleiner Hobbybands war ich relativ aktiv – seltener auf Bühnen bei Konzerten, aber oft im Proberaum. Als dann aber einige meiner Mitstreiter aus beruflichen und ausbildungstechnischen Gründen aus meiner Gegend wegzogen, wurde es im wahrsten Sinne des Wortes ruhiger bei mir. Das Musikmachen selbst gelangte immer mehr in den Hintergrund, dass Basteln an meinen alten analogen Synthesizern und Samplern hingegen schien mich hobbytechnisch auszufüllen. In dem Zusammenhang lernte ich weltweit viele Leute kennen, mit denen ich mich über die Technik der Geräte austauschen konnte. Zu Hause baute ich mir im Dachgeschoss ein kleines Homerecording-Studio, um allein Aufnahmen zu machen. Aber da ich mich allein nur äußerst selten dazu motivieren konnte, im stillen Kämmerlein vor mich hinzumusizieren, wurde der Raum eher ein Ausstellungsraum für alte analoge Musikelektronik.
Ende 2007 war dann mal wieder ein besonderes Ereignis am Sternenhimmel zu beobachten – eine Marsbedeckung durch den Mond. Aufmerksam auf dieses Ereignis wurde ich damals durch einen ehemaligen Arbeitskollegen. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezembers baute ich mein kleines Newton-Teleskop in unserer Einfahrt auf und beobachtete durch kleine Wolkenlücken hindurch die etwa 10 Minuten dauernde Marsbedeckung (s. Fotosektion). Dieses Ereignis war selbst in meinem Billigteleskop mit den schlechten Okularen ein sehr ergreifendes Erlebnis. Es hat mich so gepackt, dass ich in den Tagen darauf beschloss, wieder öfters nachts rauszugehen, um die Schönheiten des Sternenhimmels zu beobachten. Da mir aber klar war, dass mich die Lust schnell wieder verlassen würde, wenn ich mir nicht endlich mal ein gescheites Teleskop zulegen würde, schmökerte ich mich diesbezüglich erstmal kreuz und quer durchs Internet und meldete mich noch im besagten Dezember in einem Astroforum an, um meine letzten Fragen beantwortet zu bekommen.
Diverse Teleskope haben seit dem den Weg zu mir gefunden, ein paar durften bleiben, andere wurden wieder verkauft. Mein Hauptinstrument für die visuelle Beobachtung ist aktuell ein 12″ f/5 Dobson.
Seit der o.g. Marsbedeckung war ich in den ersten Jahren nach meinem Wiedereinstieg in dieses schöne Hobby so ziemlich jede klare Nacht draußen, mal über mehrere Stunden und mit visuellem und/oder Fotoequipment, mal auch nur mal eben mit dem Fernglas. Und das nicht nur am Wochenende. Die beobachtende Astronomie kann eigentlich auch kein Wochenendhobby sein, da es viel zu wenige klare Nächte im Jahr gibt. Da sollte man auch schonmal klare Nächte in der Arbeitswoche nutzen, was in den Wintermonaten, wo es früh dunkel wird, auch nicht zu Schlafdefiziten führen muss. Da ich seit 2012 aber auch wieder als Keyboarder und Bassist in diversen Hobbybands tätig war (aktuell in der Rockcoverband „GäNgiCh“) und mich parallel auch wieder mehr in meinem Homestudio mit Klangsynthese beschäftige, geh ich nicht mehr ganz so oft raus zum Sternegucken. Aufgeben werde ich dieses Hobby aber nicht mehr. Dafür bin ich noch immer viel zu fasziniert von den „endlosen Weiten“ des Weltraums und den vielfältigen Objekten, die man darin beobachten kann.
Neben der visuellen Beobachtung fotografiere ich auch gerne am Nachthimmel, allerdings nur mit relativ geringem Aufwand, wodurch die Qualität meiner Fotos auch recht bescheiden ist. Dazu aber mehr in der Sektion „Astro-Fotos“. Die Astrofotografie betreibe ich aber nicht mehr so intensiv, wie noch zu Beginn, da der (zeitliche) Aufwand doch recht groß ist – nicht nur nachts draußen am Teleskop, sondern auch für die anschließende Bildbearbeitung, die meist deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die Aufnahme des Rohmaterials. Mein Fokus liegt da ganz klar auf der visuellen Beobachtung. Ohne Computer unter dem Nachthimmel, fühle ich mich mit diesem auch deutlich besser verbunden.
Sehr gerne führe ich auch hin und wieder kurzfristig geplante öffentliche Beobachtungsabende/-tage durch. Dies kann in kleiner Runde im Feld, etwas abseits lichtverschmutzter Orte erfolgen; hin und wieder stelle ich mich aber auch mal – ganz nach John Dobson und den Sidewalk-Astronomers (engl. Bürgersteig-Astronomen) – mit Teleskop auf einen belebten Platz und biete an, den Mond, Planeten oder am Tage auch die Sonne durch eines meiner Optiken zu betrachten. Dies wird sehr gern angenommen und mir macht es viel Freude in erstaunte Gesichter zu schauen und Fragen zu den Objekten im All zu beantworten. Hin und wieder unterstütze ich auch einen guten Bekannten bei der Unterhaltung von „Weltraumtouristen“ in seiner Sternwarte in der Nähe von Medebach im Hochsauerlandkreis und seit 2025 unterstütze ich den NABU Frankenau bei der Errichtung des Sternenguckerplatzes „Dörnchen“, wo wir zukünftig regelmäßig Beobachtungsabende anbieten werden.
Über mehrere Jahre habe ich auch an der Volkshochschule Waldeck-Frankenberg mehrere Astronomie-Einsteigerkurse mit dem Fokus auf die Beobachtung des Sternenhimmels gegeben. Da die zuletzt angebotenen Kurse aber mangels Teilnehmer nicht mehr zustande kamen, habe ich meine Aktivitäten für die VHS erstmal auf Eis gelegt.
In diversen Astronomie-Internetforen konnte man mich damals, nach meiner intensiveren Einarbeitung in das wiederbelebte Hobby, auch unter dem Pseudonym „Hico“ finden, wo ich mein Wissen und meine Erfahrungen gern an Jung und Alt weitergegeben habe.
Ich hoffe ich habe Sie mit dem langen Text nicht allzusehr gelangweilt, aber ich wollte gern den Versuch unternehmen zu vermitteln, mit wem Sie es hier zu tun haben.
Mit freundlichen Grüßen
Heiko Mehring