Hauptmenü
Start / Mein Equipment / Teleskope / ZWO Seestar S50 Pro

Seit August 2026 besitze ich dieses Smartteleskop, das ausschließlich fotografisch genutzt werden kann und über eine App per Smartphone oder Tablet bedient wird. Der große Reiz besteht für mich im Livestacking, wobei man auf dem Tablet live verfolgen kann, wie die Aufnahme durch das Stacking langsam detailreicher wird. Auch die Nachbearbeitungsfunktionen in der Seestar-App funktionieren ganz gut, sodass eine externe Bearbeitung auf einem PC mittels diverser Programme wie Siril oder AstroWizard nicht zwingend notwendig sind, wenngleich diese Tools noch mehr aus dem Rohmaterial des Seestar rausholen können.


Das S50 Pro besitzt eine Tele- und eine Weitfeldoptik, die je nach gewähltem Modus auch gleichzeitig genutzt werden können, wobei die Ausrichtungen der beiden Optiken starr miteinander gekoppelt sind. Die zusätzliche Weitfeldoptik der neueren Pro-Modelle der Seestars ist ein nettes Feature, kommt aber mit seinen ca. 63° Gesichtsfeld bei weitem nicht so häufig zum Einsatz wie die Haupt-/Teleoptik.


Das Spezialgebiet des S50 Pro lieg in der Fotografie von großflächigen Deepskyobjekten. Für die Planetenfotografie ist es aufgrund der limitierten Brennweite von nur 260 mm eher ungeeignet. Gleiches gilt selbstredend auch für kleine Deepskyobjekte.

Der Sensor der Teleoptik ist fest mit einem UV/IR-Cutfilter versehen. Je nach zu fotografierendem Objekt lässt sich über die Menüsteuerung ein „Lightpolution (LP) Filter“ elektronisch einschwenken. Dieser Filter lässt das durch die 4-linsige APO-Optik eintretende Licht im Spektralbereich der Hβ-, OIII- und Hα-Wellenlängen breitbandig passieren und blockt den Rest. Für die Erstellung von Dunkelbildabzügen ist auch ein Darkfilter vorhanden, der automatisch zu Beginn einer Aufnahme eingeschwenkt wird, wenn man die entsprechende Option zuvor aktiviert hat.

Für die Fotografie von Objekten im All lässt sich das Teleskop in zwei verschiedenen Nachführungsmodi betreiben. Im Alt-Azimuth-Modus kann die Fotografie mit dem Stativ aus dem Lieferumfang betrieben werden. Aufgrund der dabei entstehenden Bildfelddrehung, ist die maximale Einzelbelichtungsdauer aber auf 20 Sekunden beschränkt. Im EQ-Modus muss das Teleskop parallel zur Erdachse ausgerichtet werden, wodurch das Problem der Bildfelddrehung entfällt. Dabei sind Einzelbelichtungszeiten von bis zu 60 Sekunden möglich. Da dem Teleskop nur ein einfaches Stativ beiliegt, muss für den Betrieb im EQ-Modus eine zusätzliche Polhöhenwiege angeschafft werden.

Ich betreibe mein S50 Pro überwiegend im EQ-Mode und habe dafür eine alte, nicht mehr benötigte Parallaktische Montierung als Stativ mit Polhöhenwiege umfunktioniert, wie oben auf dem ersten Foto zu sehen. Für die sichere und stabile Montage des Teleskops auf der Montierung habe ich mir ein Adapterstück konstruiert und mit dem 3D-Drucker aus PETG gedruckt.


Das Seestar S50 Pro ist mit einer zuschaltbaren Tauheizung ausgestattet, eine Tauschutzkappe ist daher nicht unbedingt notwendig. Eine Gegenlichtblende und eine Staubschutzkappe habe ich mir aber trotzdem konstruiert und 3D-gedruckt.


Auch wenn das Spezialgebiet eher in der Deepskyfotografie liegt, bietet es mit seinen 260mm Brennweite auch die Möglichkeit den Mond und die Sonne anzufahren und zu fotografieren. Für die Aufnahme der Sonne liegt auch ein Sonnenfilter bei. Dieser, die Sonne orange einfärbende Schutzfilter, weist aber nicht die optische Qualität der bekannten Baader-Sonnenfilterfolie auf. Es fehlt vor allem an Kontrast und ich denke auch etwas an Schärfe. Daher habe ich mir hierfür einen Sonnenfilteraufsatz konstruiert, 3D-gedruckt und mit der bewährten Baader-Sonnenfilterfolie bestückt.


Technische Daten:

Hauptteleskop:
Öffnung: 50 mm (Apochromat 4-linsig)
Brennweite: 260 mm
Bildsensor: OmniVision OS08B10
Sensorauflösung: 8,3 Megapixel
Sensorabmessung: 11,23 x 6,31 mm
Pixelgröße: 2,9 µm
Bildfeldgröße: 1,38° x 2,45° (2,76° x 4,91° bei max. Framing)

Weitfeldkamera:
Bildsensor: Sony IMX586 Farbsensor
Sensorauflösung: 8,3 Megapixel
Sensorabmessung: 6,4 x 4,8 mm
Pixelgröße: 1,6 µm
Bildfeldgröße: 32,13° x 54,22°

Akku-Kapazität: 10.000 mAh
Interner Speicher 128 GB
Abmessung: 140 x 149 x 268 mm
Gewicht: 2,8 kg