Nachdem Baader 2020 oder 2021 einen neuen hochgelobten Hβ-Filter auf den Markt brachte, der noch engbandiger (5,5nm) als der alte Baader CCD-Hβ-Filter (8,5nm) war und noch dazu eine deutlich höhere Transmission als dieser hatte, bin ich nach dem Lesen eines Beobachtungsberichts eines anderen Hobbyastronomen, der beide Filter visuell im Einsatz hatte, zu dem Entschluss gekommen, dass ich es mal mit dem alten Baader CCD-Hβ-Filter visuell versuchen wollte – 300,- € für den neuen Filter sind mir definitiv too much für ein Teil, das nur selten zum Einsatz kommen würde. Bis dahin hatte mich die geringe Transmission von < 70% auf der Hβ-Emissionslinie immer vom Kauf abgehalten, aber der bereits erwähnte Beobachtungsbericht machte mich dann doch neugierig und so kaufte ich mir einen solchen gebrauchten Filter zu einem günstigen Preis.
Interessanter Weise bekam ich nach einem Telefonat mit meiner Bekannten bei Bresser auch nochmal zwei aktuelle Hβ-Filter von Explore Scientific geschickt, die ich dann gleich mittesten konnte.
Schaut man sich nun nachfolgendes Bild meiner Spektroskopieversuche an (auch hier wieder mit einer Energiesparlampe als Referenz bezüglich der Skalenabweichung des Handspektroskops), dann sieht man gut, worin sich die hier getesteten Filter unterscheiden. Die Transmission und der Durchlassbereich der beiden Filter von ES sind fast identisch und treffen die Hβ-Emissionslinie auch besser als die beiden Filter, die ich 2013 zum testen bekam. Auch visuell hatte ich den Eindruck, dass die neuen Filter etwas besser funktionierten. Was aber leider blieb ist der breitbandige Durchlassbereich, wodurch die Kontrastwirkung doch eher schwach ist.
Der Baader Hβ-Filter ist deutlich engbandiger und er scheint die Hβ-Filter auch sehr gut zu treffen. Was man aber auch im Vergleich zu den beiden Filtern von ES sieht, ist die deutlich geringere Transmission auf der Hβ-Linie – der blaue Balken im Spektrum ist schwächer als in den Spektren der beiden ES-Filter im Bereich der Hβ-Linie. Visuell macht sich der Unterschied darin bemerkbar, dass man etwas mehr Geduld bei der Beobachtung mit dem älteren Baader Hβ-Filter benötigt, um die Nebelstrukturen zu sehen, trotz der deutlich geringeren Trasparenz lassen sich aber Strukturen deutlich besser wahrnehmen und abgrenzen. Dies zeigt, wie wichtig bei der Hβ-Beobachtung der Kontrast ist. Wichtiger nämlich als die Transmission des Filters.

Fazit: Auch diesmal habe ich die beiden ES-Filter wieder zurückgeschickt und bleibe dabei, dass sich die Anschaffung zum Neupreis von mittlerweile (10/2026) deutlich über 100,- € nicht lohnt. Zu gering ist der Gewinn bei der Beobachtung der lichtschwachen Hβ-Objekte. Ich habe den alten Baader CCD-Hβ-Filter mit der schlechten Transmission aber dem förderlichen hohen Kontrast behalten. Aber ich denke, langfristig wird er irgendwann durch einen Filter mit ähnlicher Kontrastwirkung aber höherer Transmission ersetzt werden.