In erster Linie würde ich mich als visuellen Beobachter des Sternenhimmels bezeichnen. D.h. meistens beobachte ich direkt mit dem Teleskop oder einem Fernglas die Objekte des Sternenhimmels. Da ich aber auch gerne fotografiere, hat es mich auch schon immer gereizt, Objekte des Sternenhimmels abzulichten. Da wir es heute gewohnt sind, alles und bei jeder Gelegenheit Fotos mit dem Smartphone zu schießen, stößt man bei der Astrofotografie aber schnell auf ein nicht zu unterschätzendes Problem – die Erdrotation.
Die Nachführung – der Erdrotation entgegenwirken
Warum spielt das eine Rolle? Die Objekte am Sternenhimmel sind so lichtschwach, dass man meist länger belichten muß, um sie überhaupt sehen zu können. Voraussetzung für eine Langzeitbelichtung ist aber, dass sich das zu fotografierende Objekt im Blick der Kamera nicht bewegen darf, da sonst die Aufnahme „verwackelt“, so wie wir das am Tage vom Fotografieren von schnellen Objekten in nicht so heller Umgebung kennen. Da man in der Astrofotografie oft mit höheren Brennweiten fotografiert, fällt die Erdrehung schon bei sehr kurzen Belichtungszeiten auf. Um dies auszugleichen, befestigt man das Teleskop mit der Kamera auf einer sogenannten parallaktischen Montierung, die genau auf den Himmelspol, also parallel zur Erddrehachse ausgerichtet werden muß und dabei von Motoren so angetrieben wird, dass die Drehbewegung der Rektaszensionachse die Erdrehung komplett kompensiert.
Guiding
Da die meisten Getriebe nicht 100%ig exakt gearbeitet sind (vor allem im niedrigeren Preissektor), muß man ab einer bestimmten Belichtungszeit die Nachführung der Montierung kontrollieren, um dem ungleichmäßigen Lauf der Antriebe entgegenwirken zu können. Dies geschieht i.d.R. unter Zuhilfenahme eines Computers, der anhand eines zweiten Teleskops (Leitrohr) mit einer zweiten Kamera (Guidingkamera) die Position eines Sterns kontrolliert und die dabei gemessenen Sternbewegungen in Steuersignale für die parallaktische Montierung umsetzt. Früher wurde das manuell gemacht, indem der Mensch mit Blick durch ein Fadenkreuzokular am Guiding-Teleskop die Motoren der Montierung per Fernbedienung nachgesteuert hat.
Trotz des heute computerunterstützten Guidings ist mir der damit verbundene Aufwand immer zu groß gewesen, weshalb ich bisher ausschließlich mit freilaufender Montierung fotografiert habe. D.h., dass ich z.B mit meinem 6″ f/5 Newton-Teleskop mit 762mm Brennweite montiert auf meiner Meade LXD-75 Montierung bei gut gelungener Einnordung maximal zwischen 90 und 120 Sekunden belichten kann, wobei ich dabei aber auch schon ca. 10-20% Ausschuss durch den periodischen Schneckenfehler des Montierungsgetriebes in Kauf nehmen muß.
Muss eine automatische Nachführung teuer sein?
Nein, muss sie nicht. In meinem Kapitel „Selbstbau“ habe ich den Bau einer Barndoor-Montierung beschrieben, die von einer einfachen, billigen Eieruhr angetrieben wird. Damit kann man tatsächlich auch mit Tele-Brennweiten schon Langzeitbelichtungen des Nachthimmels machen, wie ich in dem Baubericht auch belege.
Astrofotografie ohne Nachführung?
Aber auch ohne eine parallaktische Nachführung kann man bereits erste Erfahrungen in Sachen Astrofotografie sammeln. Mit geringen Brennweiten, wie sie Weitwinkelobjektive bieten, kann man bereits von einem einfachen Fotostativ aus schöne Sternfeldaufnahmen schießen. Damit die Sterne dabei durch die Erddrehung nicht zu Strichen werden, darf die Belichtungszeit dann aber nur einige Sekunden betragen. Stackt (übereinanderlegen) man mehrere so gewonnene Einzelaufnahmen (z.B. mit der Freeware Fitswork), so kann man in der Nachbearbeitung auch schon Details des Himmels sichtbar machen, die auf den Einzelbildern noch im Sensorrauschen der Kamera untergehen.
Bei Strichspuraufnahmen (Startrails) allerdings, ist der Effekt der Strichbildung bei einer Langzeitbelichtung durchaus gewollt. Mein allererstes Astrofoto war so eine Strichspuraufnahme.

Dieses Foto habe ich Mitte der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der alten analogen Spiegelreflexkamera meines Vaters geschossen. Was für einen Film ich für diese Aufnahme verwendet habe, weiß ich leider nicht mehr. Die Belichtungszeit müßte bei ca. 1,5 Stunden gelegen haben. Die hellen Flecken rechts im Bild rühren daher, dass das Foto mitlerweile fest mit der Glasscheibe des Bilderrahmens verbacken ist. Beim Versuch es für diesen Scan abzuziehen, habe ich es leider etwas beschädigt.
Meine Fotogalerie
Aber nun zu meinen Fotos, die alle bis auf wenige Ausnahmen nach meinem Wiedereinstieg in die Astronomie Ende 2007 entstanden sind. Der Übersicht halber habe ich die Fotos nach folgenden Objektkategorien sortiert:
– Deepsky
Diese Objektkategorien sind teilweise wieder in Unterkategorien aufgegliedert.
Während die vorgenannten Kategorien jeweils verschiedene Einzelobjekte bis hin zu kompletten Sternbildern und Himmelsregionen zeigen, haben die folgenden Kategorien andere Inhalte, die sich nicht auf ein Objekt im All beziehen (mit Ausnahme der Satelliten und Raumfahrzeuge).
– Satelliten und Raumfahrzeuge
– Sonstige Himmelserscheinungen
Ich wünsche viel Freude beim Anschauen.