Start Selbstbau Astro-Stirnlampe

Hier möchte ich euch meine Astro-Stirnlampe näher vorstellen.
























Genaugenommen handelt es sich hierbei nicht um einen Selbstbau, sondern eher um einen Umbau. Die Stirnlampe war ein Werbegeschenk eines Herstellers der Elektroinstallationsbranche und kam im Frühjahr 2008 in meinen Besitz, also nur wenige Monate nachdem mich der Astrovirus wieder gepackt hatte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon längst mit dem Gedanken gespielt, mir eine günstige Weißlicht-LED-Stirnlampe zuzulegen und diese dann auf Rotlicht umzubauen. Glücklicherweise bekam ich dann dieses Werbegeschenk, noch bevor ich mir eine Lampe kaufen konnte.

Diese Stirnlampe ist serienmäßig mit 8 LED´s (zu deutsch: Licht emittierende/aussendende Diode) ausgestattet. Diese werden mittels eines Tasters auf der Oberseite der Lampe wie folgt eingeschaltet:

Ausgangsstellung: alles aus
--> 1x gedrückt: 2 LED´s an
--> nochmal gedrückt: 4 LED´s an
--> nochmal gedrückt: 8 LED´s an
--> nochmal gedrückt: alles wieder aus,
das Spiel beginnt von neuem.

Zuersteinmal habe ich das Gehäuse geöffnet. Dies geschieht ganz einfach, indem man zuerst den Rahmen, welcher sich um die Frontscheibe der Lampe herum befindet, abzieht. Darunter kommen zwei Schrauben zum Vorschein. Diese herausdrehen und schon kommt man an das Innenleben der Stirnlampe heran.



























Die zwei roten Drähte die hier zu sehen sind, sind nicht original. Dazu aber später mehr.

Als erstes habe ich die mittleren vier sehr hellen, weißen LED´s ausgelöttet. Diese vier LED´s sind die, die normalerweise in den ersten beiden Stufen eingeschaltet werden. Da man zum Kartenlesen nicht sehr viel Licht braucht, habe ich nur 2 rote LED´s wieder eingebaut. Und zwar so, dass in der ersten Stufe nur eine LED leuchtet, in der zweiten dann die zweite rote LED dazukommt. In der Praxis hat sich das als völlig ausreichend erwiesen.



























Da bei LED´s die lichterzeugende Fläche sehr klein ist, werden diese immer als sehr grell empfunden. Um dem schonmal ein wenig entgegenzuwirken, habe ich die LED´s mit feinem Schmirgelpapier etwas angeraut. Da mir die Lichtverteilung aber noch immer nicht diffus genug war, habe ich auch die Frontglasabdeckung mit Schmirgel angeraut. Dies war schon viel besser.

Wieder zusammengebaut, sieht das ganze in der dritten Schaltstufe dann so aus:




























Die roten LED´s bieten ohne die Weißen in den ersten beiden Stufen genügend Licht zum Kartenlesen, die vier Weißen in der dritten Stufe noch dazugeschaltet, reichen zum Aufräumen des Beobachtunsgplatzes nach dem Spechteln locker aus.

In diesem Zustand habe ich die Stirnlampe dann erstmal ein paar Wochen belassen, um erste Erfahrungen damit zu sammeln.



























Schnell stellte sich heraus, dass es sehr lästig war, dass man immer durch alle Stufen durchschalten mußte, um die Stirnlampe wieder aus zu bekommen. Weißlicht ist Gift für die Dunkeladaption. Daher mußte ich immer die Augen schließen und mitzählen, in welcher Stufe die Lampe sich gerade befand. Meistens ging das gut, aber es gab auch Situationen, in denen ich den Taster wohl nicht richtig getroffen hatte, sodaß ich die Augen schön in der vollen Weißlichtphase der Stirnlampe öffnete. Ergebnis: Dunkeladaption futsch - 30 Minuten nix mit schwachen Deepskyobjekten gucken!

Ein weiteres Problem kam hinzu: Wollte ich die Lampe auch bei Teleskoptreffen nutzen, wo noch viele andere Beobachter zugegen sind, dann müßte ich mir noch was einfallen lassen, wollte ich nicht den Zorn der Anderen ernten, wenn ich plötzlich mit Weißlicht den Platz erhellte.

Die zündende Idee kam mir, als ich die Stirnlampe wieder auseinander nahm. Egal in welcher Stufe sich die Lampe befand, immer wenn ich eine der Batterien rausnahm und wieder einsteckte, fing die Lampe in der Ausgangstellung - also alle LED´s "aus" - wieder an. In einer Radio-Fernsehwerkstatt des Nachbarortes kaufte ich mir einen kleinen Mikroschalter, welcher als Öffnerkontakt ausgelegt ist. D.h., der elektrische Kontakt ist normalerweise geschlossen. Drückt man den Taster, öffnet er den Stromkreis. Das gleiche passiert, wenn ich eine der Batterien aus der Halterung nehme. Also brauchte ich nur eine Stelle auf der Platine finden, wo das "+" oder das "-" Potential des Batteriepacks anlag, die Leiterbahn an der Stelle ein Stück wegkratzen und den Öffnertaster mit seinen zwei Drähten an der Stelle wieder einlöten.


Oben links auf der Platine ist zu sehen, wo ich die Leiterbahn unterbrochen habe. Die beiden an den freien Enden der Leiterbahn angelöteten roten Drähte gehen durch die Gehäusewand an den Öffnertaster.














Im Normalfall fließt der Strom dann also nicht mehr durch die Leiterbahn in die Elektronik der Lampe, sondern über den Öffnertaster. Drücke ich diesen, wird der Stromkreis unterbrochen, die Lampe geht aus. Lasse ich den Taster wieder los, bleibt die Lampe aus und geht bei einmaligem Drücken des normalen Tasters in der ersten Stufe wieder mit nur einer LED an, egal in welcher Stufe sich die Lampe zuvor befand.

Leider konnte ich keinen kleinen Taster finden, den ich komplett in die Lampe hätte integrieren können. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Taster mittels Heißkleber an die Unterseite der Lampe zu kleben.



























Mit dieser Lösung stand einem Einsatz auch bei Treffen mit mehreren Beobachtern und Fotografen nichts mehr im Wege.

Das einzige, was ich dann später noch gemachte habe war, etwas von der Rückwand eines roten Schnellhefters auszuschneiden und zwischen LED´s und Glas zu legen, da mir die Lampe auch mit nur einer LED noch zu hell erschien. Gerade auf glänzenden Sternkarten oder Prospekthüllen, in denen ich meine ausgedruckten Karten mit mir führe, war mir das LED-Licht noch immer einen Tick zu grell.

So aber habe ich eine funktionelle Astro-Stirnlampe, mit der ich beide Hände frei habe. Nicht erst beim Beobachten, auch schon beim Aufbau ist dies sehr praktisch.

Kosten: 1,50€ für den Mikroschalter. Die Leuchte war wie gesagt ein Werbegeschenk, die roten LED´s, Draht, Heißkleber und den Schnellhefter hatte ich noch rumliegen.