Start Selbstbau Pipemount

Eine günstige azimuthale Montierung für die Richfieldbeobachtung

In der Bauanleitung zu dieser azimuthalen Montierung reicht es eigentlich fast aus, die Bilder sprechen zu lassen. Diese einfache, aber sehr effektiv einzusetzende Montierung mit dem Namen Pipemount, läßt sich mit wenig Materialeinsatz aus der Gas-Wasser-Installationstechnik und wenigen Handgriffen ganz einfach selbst bauen. Ich nutze meine Pipemount zusammen mit meinem 120/600 Refraktor für die Beobachtung großflächiger Objekte und zum "Spazierengehen" in der Milchstraße.


Benötigt wird dafür:

1x 2" T-Stück
2x 2" Gewindeflansch
2x 2" Rohdoppelnippel 100mm
1x Reduzierstück 2" auf 3/8"
1x Rohdoppelnippel 3/8" ca. 300mm

Zusätzlich:
1x (Vermessungs-)Stativ
1x Gegengewicht

Das Reduzierstück 2" auf 3/8" kann dabei natürlich auch wie bei mir aus mehreren Reduzierungen bestehen. Die Länge der Rohrdoppelnippel ist individuell zu sehen. Bei der richtigen Auswahl ist nur darauf zu achten, wie das Stativ beschaffen ist, auf welches die Pipemount montiert werden soll und wie groß (und schwer) das Teleskop ist, welches damit genutzt werden soll.













Hier der Aufbau aus der Nähe, mit Bauteilbeschriftung:























Ein Vermessungsstativ sollte in der "Bucht" oder auf einem Flohmarkt günstig zu beschaffen sein. Ich habe meins vom Dachboden meines Vaters. ;-)

Die Befestigung der Pipemount auf dem Vermessungsstativ war ganz einfach. Das Stativ hat als oberen Abschluß eine gußeiserne Metallplatte, auf der wohl früher mal die Vermessungsgerätschaften aufgeschraubt waren. Da habe ich einfach drei neue Löcher reingebohrt und Gewinde reingeschnitten. Dann den Gewindeflansch der Pipemount genommen, da deckungsgleich ebenfalls die drei Löcher gebohrt, diese angesenkt und schon konnte ich die Pipemount ganz einfach mit Senkkopfschrauben auf dem Stativ befestigen. Da ich mir dann aber mit den geschnittenen Gewinden in der Gußmetallplatte des Stativs nicht so sicher war, hab ich die Schrauben etwas länger gelassen und zusätzlich mit Muttern gekontert.

Nach dem ersten Zusammenbau das Ganze noch schön lackieren ...























... und abschließend das Gewinde, auf dem sich das T-Stück als Azimuthlager drehen muß und das Gewinde, auf dem sich der Gewindeflansch an dem die Rohrschellen des Teleskops befestigt werden als Höhenlager drehen muß, mit Teflonband umwickeln, damit die konisch verlaufenden Gewinde zum einen nicht mehr so viel Spiel haben, zum anderen diese "Lager" leichtgängiger sind.

Am Schluß noch mein Dank an Sudan Jackson, der so freundlich war, seine Pipemounts im AstroTreff vorzustellen. Ich habe mich beim Nachbau seiner "Pipemount 2.0" im wesentlichen an seine Stückliste gehalten. Lediglich den Doppelnippel, der als Gegengewichtsstange fungiert, habe ich in 3/8" gewählt, da bei 1/2" Durchmesser meine Gegengewichte nicht draufpassen. Das Gegengewicht wird in meinem Falle mit dem 120/600 Refraktor nicht unbedingt benötigt. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich das Azimuthlager dann etwas "softer" bewegen läßt.