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Nicht mehr in meinem Besitz - verkauft in 2012.


Den Skywatcher 120/600mm Refraktor habe ich mir im August 2009 gebraucht gekauft. Die Aufgabe dieses Gerätes ist klar: Mit 600mm Brennweite ist dieses Teleskop aktuell mein "kürzestes" Teleskop. D.h. ich kann hiermit die geringste Vergrößerung erreichen, nur noch getopt von meinen Ferngläsern, die aber widerum nicht soviel Licht sammeln können, wie dieser Refraktor mit 120mm Öffnung. Mit meinem 31ger Nagler Okular mit einer Brennweite von 31mm, erreiche ich an diesem Teleskop eine gut 19-fache Vergrößerung, womit ich am Himmel eine Kreisfläche von 4,2° Durchmesser überschauen kann.


Daten:

Objektivdurchmesser: 120mm
Brennweite: 600mm





























Wozu braucht man wenig Vergrößerung und viel Gesichtsfeld am Sternenhimmel? Für Objekte, die nicht nur tatsächlich sehr groß sind, sondern auch an unserem Sternenhimmel riesig erscheinen. Als Beispiel möchte ich hier mal die Andromedagalaxie anführen, die am Himmel eine Ausdehung von ca. 3° hat. Dies entspricht in etwa 6 Vollmonddurchmessern (!!!). Um ein solches Objekt noch im Ganzen beobachten zu können benötigt man entweder ein Fernglas, oder aber einen solchen "Richfielder".
























Da es sich bei der Bauart um ein einfaches Linsenfernrohr mit 2-linsigem achromatischem Objektiv handelt, tritt auch an diesem Gerät ein Farbfehler auf. Dieser entsteht dadurch, dass Licht unterschiedlicher Wellenlängen in einer Linse verschieden stark gebrochen wird. Das hat zur Folge, dass der Fokuspunkt bei jeder Farbe ein klein wenig anders liegt. Dieser auch chromatische Aberration genannte Farbfehler wird umso deutlicher sichbar, je größer das Öffnungverhältnis des Teleskops ist, und umso höher die Vergrößerung gewählt wird. Dieser Richfielder hat ein Öffnungsverhältnis von f/5 (Brennweite:Objektivöffnung), was für den einfachen Objektivaufbau dieses Teleskoptyps schon recht groß ist. Daher eignet sich dieses Teleskop nicht zur Beobachtung von Objekten mit mittlerer oder hoher Vergrößerung. Je höher man vergrößert, desto matschiger wird das Bild und Farbsäume treten auf. Daher eignet sich dieses Gerät auch nur gut zur Beobachtung mit geringer Vergrößerung.

Trotzdem kann man mit diesem Teleskop auch mal ´nen Blick auf den Mond oder die hellen Planeten werfen, wenn man den aus zwei Teilen bestehenden Objektivdeckel wieder auf die Objektivöffnung aufsetzt und nur den kleinen Deckel wieder abzieht (siehe erstes Foto). So um seine volle Lichtsammelleistung beraubt, hat der Refraktor dann nur noch knapp 53mm Öffnung und damit ein Öffnungsverhältnis von nur noch ca. f/11. Damit kann man dann auch z.B. den Mond schon ganz gut mit etwas höheren Vergrößerungen beobachten. Zwar ist der Mond für die nun recht kleine Öffnung noch hell genug um ihn gut zu beobachten, das Auflösungsvermögen der Optik wird dadurch allerdings auch stark eingeschränkt. Verhindert der Farbfehler bei voller Öffnung eine hohe Vergrößerung, wird sie nun durch das geringere Auflösungsvermögen beschränkt. Nichts desto trotz kann man mit den 53mm Öffnung bessere Mondbeobachtungen machen, als mit voller Öffnung.

Montieren kann ich dieses Teleskop auf dreierlei Art. Für das erste Foto hatte ich den Refraktor (abgeblendet auf 53mm Öffnung, mit eingelegtem Objektivsonnenfilter) auf meine parallaktische Montierung EQ-EM10 (mitlerweile nicht mehr in meinem Besitz) gebaut. Genutzt habe ich den Refraktor aber nur zu Anfang mit dieser Montierung, da ich zu dem Zeitpunkt noch keine Alternative dazu hatte.

Für die Widefieldbeobachtung braucht man, dank der geringen Vergrößerung, aber noch keine "umständliche" parallaktische Montierung, schon garnicht mit motorisierter Nachführung zum Ausgleich der Erdrotation. Eine einfache azimuthale Montierung reicht da voll und ganz aus. Da eine solche aber auch schon den ein oder anderen Euro verschlingt, habe ich mir eine "Pipemount" selbstgebaut. Auf dem zweiten Foto ist der Refraktor auf Dieser montiert. Damit gezielt Objekte anzufahren oder einfach mal so durch die Milchstraße zu cruisen macht einen riesen Spaß.

Die dritte Variante, die mir mitlerweile nach einiger Bastelarbeit zur Verfügung steht, ist die Montage auf meinem 16" Dobson. Ein perfektes Duo: Der Richie für die großflächigen Objekte und der große Dobson für die kleinen lichtschwachen Funtzeln, bzw. zum beobachten kleiner Details der großen Objekte.