Start Selbstbau EOS-Controlbox

Fernsteuerung für meine Canon EOS1000D:
























Im Herbst des Jahres 2008 habe ich mir eine EOS1000D von Canon zugelegt. Da diese ohne externe Ansteuerung nur 30 Sekunden am Stück belichten kann, mußte also ein externer Auslöser her. Die Suche nach dem Schaltplan eines einfachen, manuellen Canon-Auslösers ergab, daß die Schaltung ganz simpel aufgebaut ist, wie die Taster am 2,5mm Klinkenstecker anzubringen sind. Sofort kam mir der Gedanke, daß man da bestimmt auch ganz einfach eine Zeitsteuerung bauen kann. Da ich Elektrotechnikermeister bin und im Elektrogroßhandel arbeite, kam mir sofort die Idee, ein Multifunktionszeitrelais für meine Zwecke umzubauen.

Die von mir „EOS Controlbox" getaufte Kiste ist dabei in zwei Sektionen aufgeteilt. Die linke "Manuelle" Sektion, bestehend aus den Schaltern "BULB" für Langzeitbelichtung (es wird so lange belichtet, wie der Schalter umgelegt wird), dem Taster "AUSLÖSER" (wird dieser gedrückt fokusiert die EOS und macht entsprechend der Kameraeinstellung ein Foto) und dem Taster "FOKUS" (entspricht halb durchgedrücktem Auslöser an der EOS) ist die altbekannte manuelle Schaltung, die auch mehrfach im Internet zu finden ist. Zusätzlich habe ich für meinen Fernauslöser noch eine "Automatik"-Sektion gebrutzelt, welche im Kern aus einem digitalen Multifunktionsrelais vom Typ DMZ12-8..230V UC des Herstellers Eltako besteht (das aktuelle Modell heißt jetzt MFZ12DDX-UC - Stand 11/2010).

Hier die Schaltung, die ich mir für meine „EOS-Controlbox“ ausgedacht habe:


























Die Bedienelemente wären: Ein Schalter direkt unter der Beschriftung "AUTOMATIK", mit dem die Schaltung um das Multifunktionsrelais erst einmal aktiviert wird. D.h. nach Umlegen dieses Schalters wird das Relais mit einer 9Volt-Blockbatterie mit Strom versorgt. Darunter befindet sich der Schalter "START-STOP". Wird dieser in Richtung Start umgelegt läuft ein zuvor festgelegtes, zyklisches Zeitsteuerungsprogramm ab - der Relaisausgang (Schließerkontakt) liegt dann parallel zum "BULB"-Schalter, d.h. das Multifunktionsrelais bestimmt nun wann, und wenn die Kamera-Belichtungszeit auf "Bulb" gestellt ist auch, wie lange belichtet wird. Und da der zeitliche Ablauf je nach Programm bei diesem Multifunktionsrelais zyklisch ist, wird dies auch ständig wiederholt - solange bis der "START-STOP"-Schalter wieder in die Stellung Stop gebracht wird. Das Multifunktionsrelais verfügt über 18 Verschiedene Schaltungsmodi, wobei für mich wohl der Modus "TI - Taktgeber mit Impuls beginnend" am interessantesten ist. Die Impuls- und die Pausendauer können dabei separat im Bereich von 0,1 bis 9,9 oder 1 bis 99 Sekunden, Minuten oder Stunden eingestellt werde. Somit wäre z.B. möglich, daß nach dem Starten des Ablaufs die EOS (im Bulb-Modus) fünf Minuten belichtet, dann 5 Sekunden Pause macht dann wieder 5 Minuten belichtet, wieder 5 Sekunden Pause usw. ... Oder wenn ich dann mal eine schöne Animation des "wandernden" Sternenhimmels (EOS im Bulbmodus auf Fotostativ mit z.B. irgend `nem erdgebundenen Objekt und Sternenhimmel im Visier) machen möchte, dann stelle ich das Relais so ein, daß z.B. alle Minute eine 20 Sekunden-Belichtung durchgeführt wird. Dies starte ich einmal mit dem "START-STOP"-Schalter und beende es ein paar Stunden später wieder mit dem gleichen Schalter. Die Programmierung des Multifunktionsrelais wird mittels der beiden Taster "MODE" und "SET" durchgeführt.

Hier noch ein Blick ins (unaufgeräumte) Innere der "EOS Controlbox":
























Das schwierigste bei der Realisierung dieser Box war das Umbauen des eigentlich für den Verteilungseinbau gedachten Multifunktionsrelais. Dieses habe ich komplett zerlegt, die Displayplatine in den Deckel der "EOS Controlbox" und die Hauptplatine mit den Anschlüssen im Gehäuseboden eingeklebt. Die Schraubanschlüsse wurden entfernt und die Drähte direkt an die Platine angelötet. Das Multifunktionsrelais wird normalerweise über zwei unterhalb des Displays angebrachte Minitaster programmiert, wobei diese Taster so klein sind, daß sie nur mit einem dünnen Gegenstand (z.B. Kugelschreibermine) bedient werden können. Die habe ich natürlich auch entfernt und an deren Stelle Drähte von der Displayplatine weg zu den zwei größeren Kipptastern "MODE" und "SET" geführt und angelötet. Da ich ja die Display- und die Hauptplatine, welche normlerweise mittels Steckkontakten direkt miteinander verbunden sind, getrennt montiert habe, habe ich die beiden Platinen mittels einer Computer-Flachbandleitung (8 Adern davon) verbunden - dies aber nicht mehr steckbar sondern fest angelötet. Da ich sowas auch noch nie gemacht habe war das schon mit etwas Angstschweiß verbunden. Is schon alles ziemlich futzelig klein.

Aber die Schaltung funktioniert nach wie vor prima. Was ich allerdings nur noch selten mache, ist die Versorgung der Schaltung mit einem 9V-Block, da dieser gerade bei niedrigen Temperaturen im Winter nach 2-3 Einsätzen schnell verbraucht war. Provisorisch habe ich mir die Anschlußleitung der Batterie erstmal durch die eine vorhandene Kabeleinführung nach außen gezogen und stecke diese mit einem Verlängerungskabel an meine kleine 12V-Powerstation. Will ich aber mal mit kleinem Gepäck los, z.B. im Urlaub, dann tuts eben auch ein 9V-Block.