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Dies war mein bisher größtes Teleskop (verkauft im August 2012), ein modifizierter 16" f/4,5 Meade Starfinder Dobson.































Daten:
Hauptspiegeldurchmesser: 400mm
Brennweite: 1830mm
Gewicht: ca. 80-90kg


Das Gerät, ein Vorläufer der bekannten Meade LightBridge Teleskopserie, befindet sich seit Januar 2009 in meinem Besitz. Zum Einsatz kommt es i.d.R. nur, wenn kein Mond scheint und wenn ich nicht allein zum beobachten raus fahre. Ich kann den Dobson zwar alleine transportieren, da der Tubus und die Rockerbox (das Holzgestell, auf dem der Tubus ruht) aber doch recht schwer und unhandlich sind und das sicher auch nicht gut für den Rücken ist, bleibt das Monstrum daheim, wenn ich alleine rausfahre. Desweiteren kommt dieses Teleskop auch nur dann zum Einsatz, wenn die Himmelsqualität eine gute Transparenz erwarten läßt. Bei Mondschein oder/und viel Feuchtigkeit in der Luft, ist mir der Transportaufwand für das was es dann noch zu sehen gibt zu groß.

Die 16" Starfinder-Teleskope von Meade sind im original Werkszustand mechanisch alles andere als gute Teleskope. Daher stand für mich schnell fest, dass da einiges an Modifikationen nötig sein wird, um mit dem großen Teleskop ordentlich Spass haben zu können.

Die erste Modifikation, die ich an dem großen Dobson vorgenommen habe, war das Azimuthlager zu verbessern. Dieses bestand aus 8 oder 9 kleinen Teflonquadraten, auf denen das Oberteil der Rockerbox ruhte. Da dies in der Bewegung viel zu schwerfällig und ruckelig war, entschied ich mich dazu, diese gegen drei neue, größere, runde Teflonscheiben auszutauschen. Desweiteren habe ich mir eine große Scheibe Ebony besorgt, die ich auf die Unterseite des oberen Teils der Rockerbox geleimt habe. Somit hat die Rockerbox bei Bewegung des Dobson im Azimtuth wesentlich bessere Gleiteigenschaften, die das Aufsuchen von Objekten und das Nachführen einfacher gestalten. Ganz perfekt ist es aber noch nicht. Auch das Höhenlager ist nicht mehr im Originalzustand. Die Höhenräder sind im Original (siehe Foto unten) viel zu klein, um das Teleskop gescheit bewegen zu können. Erste Versuche mit Versetzen der Teflonpads und Anbau einer Rollogurtbremse waren nicht sehr erfolgreich. Daher habe ich im Frühjahr 2010 zwei neue, wesentlich größere Höhenräder aus Multiplex gebaut, wie oben auf dem Foto zu sehen ist. Damit läßt sich der Tubus schon viel besser bewegen.


Da so ein großer Newton zwangsläufig eine hohe Brennweite hat, eignet er sich zur Beobachtung von großen Objekten nur bedingt. Zwar kann man z.B. im Cirruskomplex sehr schön Details der Nebelfetzen abfahren, was mit 16" schon ´ne Menge Spass macht. Detailärmere große Objekte, wie z.B. die Andromedagalaxie oder der Nordamerikanebel machen damit aber nicht so viel Spass, da man diese Objekte nicht mehr im Ganzen ins Gesichtsfeld bekommt. Aus diesem Grund hatte ich von Anfang an den Gedanken, dass ich da gerne noch ein Richfieldteleskop aufsatteln würde, mit dem ich dann die großen Objekte auch am Stück beobachten kann.
Seit Ende 2009 habe ich nun auch die Möglichkeit dies zu tuen. Im Herbst ´09 kaufte ich mir, hauptsächlich für diesen Einsatzzweck, einen 120/600 Refraktor , den ich dank der Hilfe zweier Freunde, die mir die Prismenaufnahme für die Befestigung des Richie´s, die Laufschiene und die Gegengewichte gebaut haben, schnell auf den Tubus des 16"ers montieren kann.

Die Kombination aus lichtstarkem Newton mit höherer Brennweite und einem "kleinen" Richfielder für großflächige Objekte ist wirklich genial und macht ´ne Menge Spass. Der Refraktor kann dabei auch prima als "Supersucher" dienen.









Eine weitere Modifikation, die ich auch im Frühjahr 2010 vorgenommen habe, war der Bau einer Tubusbelüftung. Dazu mußte ich die Spiegelzelle komplett neu bauen, um die durch den Tubus angesaugte Luft besser am Hauptspiegel vorbei nach hinten raus transportieren zu können.

Auf dem folgenden Foto ist der Originalaufbau der Spiegelzelle sammt Spiegel und Tubusrückwand zu sehen:

























Die 19mm starke, durchgängig geschlossene Pressspanplatte, auf die der Spiegel montiert ist, hätte den Luftzug eines an der Rückwand montierten Lüfters zu stark gebremst. Erste Gedanken, einfach ein paar große Löcher durch diese Platte zu bohren, habe ich schnell verworfen, da ich Bedenken hatte, dass eine derart geschwächte Pressspanplatte den 11kg schweren Spiegel noch sicher tragen würde. Daher habe ich diese Platte gegen einen Selbstbau aus Multiplex getauscht.



































In der Tubusrückwand ist ein 140mm Lüfter verbaut, dessen Drehzahl ich stufenlos mit einer kleinen Elektronik von Maximum zur Temperierung des Spiegels, bis Minimum zur Beseitigung von Tubusseeing (Luftunruhe im Tubus) durchregeln kann.





























Eine weitere Modifikation ist auf dem letzten Foto und dem folgenden zu sehen. Die drei Schrauben mit den schwarzen Handrädern dienen der Justagesicherung des Hauptspiegels. Werkseitig gab es diese Schrauben nicht, nur die daneben befindlichen drei Gewindestangen mit den Flügelmuttern zur Justage des Hauptspiegels. Die Spiegelzelle wird von diesen drei Gewindestangen, den Flügelmuttern und von drei Federn an der Tubusrückwand gehalten.


Hier sieht man oben die Tubusrückwand, unten die neue Multiplex-Spiegelzelle, etwas links von der Mitte eine der drei Justageschrauben mit Feder, welche die Spiegelzelle von der Tubusrückwand wegdrückt und rechts daneben einer der drei neuen Justagesicherungsschrauben.















Zum justieren des Hauptspiegels löse ich diese erst ein wenig, justiere dann mittels der Justageschrauben und drehe dann die Justagesicherungsschrauben wieder soweit rein, dass die Schraubenköpfe dieser Schrauben gegen die Multiplex-Spiegelzelle drücken. Damit kann sich die Spiegelzelle bei Bewegung des Tubus in eine andere Position nicht mehr bewegen, was vorher allein durch die Federn nicht gewährleistet war. Die Justagestabilität hat sich dadurch merklich verbessert.

Der ziemlich schrottige, sehr kippelige Okularauszug wurde auch bereits ausgetauscht. Anfangs hatte ich den GSO-Crayford meines 8" f/6 Dobsons am 16"er montiert, da man damit vor allem im Hochvergrößerungsbereich feinfühliger fokussieren kann. Im Juni 2010 konnte ich einen Feathertouch Okularauszug mit Untersetzung und passender Adapterplatte für den großen Dobson zu einem sehr günstigen Preis bekommen, welcher neu gefettet auch gleich verbaut wurde.

Als bisher letzte kleinere Modifikation, die ich im Rahmen des Anbaus des Feathertouch-Okularauszugs durchgeführt habe, sei noch erwähnt, dass ich den Teil der Tubusinnenwand, der dem Okularauszug gegenüberliegt mit schwarzer Veloursfolie beklebt habe. Dies soll noch etwas der Streulichtunterdrückung dienen. Wäre die Velourfolie nicht so teuer, würde ich den ganzen Tubus damit auskleiden. Beliefen sich die Kosten beim Auskleiden des viel kleineren 8" f/6 Dobsons auf etwa 15,- €, so müßte ich für die Veloursauskleidung des großen Dobson etwa mit der vierfachen Summe rechnen, was mir auch in Hinblick darauf, dass ich noch nicht weiß, ob der Volltubus bei mir noch eine lange Zukunft hat, momentan einfach zuviel ist.


Das ist bisher der aktuelle Stand. Aber wirklich perfekt ist das Teleskop noch immer nicht. Die vorgenannten Modifikationen haben das Handling des schweren Monstrums zwar während der Beobachtungen sehr deutlich verbessert, wodurch das Beobachten damit viel mehr Spass macht als vorher, als das Gerät noch im Originalzustand war. Ein sehr großes Manko hat das Teleskop aber nach wie vor - ich kann es nicht gut allein mit raus nehmen, da es zu schwer und zu unhandlich ist. Und das gefällt mir mitlerweile immer weniger, da ich auch oft allein raus fahre zum beobachten. Obwohl ich die Vorteile eines Volltubusdobson sehr schätze, neige ich momentan dazu, den ollen Starfinder in einen schnell zerlegbaren Gitterrohrdobson umzubauen. Leider würde das aber auch bedeuten, dass ich dann wahrscheinlich auf den aufgesattelten 120mm Richfielder verzichten müßte.

Aber schaun wir mal ... die Baustelle ist jedenfalls noch lange nicht abgeschlossen. ;-)