Start Beobachtungsberichte 2016 27.02.2016 - Seit 4 Monaten endlich mal wieder Sternenlicht ...

Fast genau 4 Monate ist es her, als ich zum letzten Mal mit dem Teleskop draussen war. Widrige Wetterbedingungen, ein voller Terminkalender und nicht zuletzt ein nicht selbst verschuldeter Autounfall (glücklicherweise nur mit Sachschaden und einem Schleudertrauma) waren die Hauptursachen hierfür.

Am Morgen des 27.02. sagten meine Wetterapps, dass es abends was geben könnte mit "clear skies". Sofort startete ich eine Rundmail an meine VHS-Astrokursteilnehmer vom vergangenen November, da unser gemeinsamer Beobachtungsabend noch ausstand. Leider waren vier der sechs Teilnehmer terminlich verhindert, sodass ich den gemeinsamen BeoAbend nochmal verschieben musste.

Aber rausgehen wollte ich eigentlich schon mal wieder. Mein Mitbeobachter Chrissy war auch gleich begeistert und sagte zu. Am späten Nachmittag bekam ich dann nachfolgendes Foto mit dem Hinweis "Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren ..." von ihm geschickt.




Hihi, Chrissy hat das "Astrobier" aufgehoben, dass ich ihm Ende letzten Jahres zum Geburtstag geschenkt hatte - helles "Sternla" und "ASTRA ROTLICHT" Bier. Den Spass musste ich mir gönnen, als ich diese beiden Biersorten Mitte letzten Jahres zufällig in einem Aachener Getränkemarkt entdeckte. Was es alles gibt ... :-)

Gegen 20.30 Uhr schlug ich dann mit meinem 12" Dobson bei ihm auf. Da der Mond gegen 23.00 Uhr aufgehen würde, entschlossen wir uns am Nachmittag dazu, nicht raus zu unserem BeoPlatz zu fahren, sondern aus Chrissys Garten heraus zu beobachten. Die Transparenz des Himmels ließ am Abend leider etwas zu Wünschen übrig, weshalb sich unsere Entscheidung vom Nachmittag als gut und ausreichend erwies. Schnell war mein Dobson in der Nähe seines 8" f/4 Newtons aufgebaut, mit dem Chrissy am Abend mehrere Deepskyobjekte fotografieren wollte. Die erste Fotoserie (M42) lief bereits, als ich eintraf.






























Die Beobachtungsbedingungen waren nicht perfekt. Die Transparenz ließ etwas zu wünschen übrig, wodurch sich die Straßenbeleuchtung in unserem Ort und die Lichtglocke der benachbarten Kreisstadt Korbach wieder negativ bemerkbar machten. Da störte auch die Rotlichtbeleuchtung in Chrissys Wohnzimmer nicht so arg, wenngleich sie auf nachfolgendem Foto doch recht grell rüberkommt ...





























In Richtung Süden liegt unser Hausberg - der Eisenberg - mit dem leider bis in die Nacht hinein beleuchteten Georg-Viktor-Turm. Auch hier sah man durch die Turmbeleuchtung sehr deutlich, wieviel Feuchtigkeit in der Luft war. Schön geht anders ...


































Mit der Beobachtung blieb es daher auch bei eher hellen Objekten. Neben M42, M45 und M81/82 die unter der nicht so guten Transparenz aber auch deutlich litten, hielt ich mit meinem 12"er vor allem noch auf Jupiter, der sich irgendwann nach 22.00 Uhr über Chrissys Anwesen blicken lies. Das Seeing war nicht so gut, sodass er nicht viele Details preisgab. Drei der vier gallileischen Monde waren zu sehen - der vierte (Ganymed) war kurz vorher hinter Jupiter verschwunden, wie ich mittels Stellarium im Nachgang rausfand.

Ein bisschen mit der Knipse spielen wollte ich auch noch. Ich hatte schon länger mal vor eine Aufnahme aus meinem Teleskop heraus in Richtung Himmel zu schießen, so wie der Hauptspiegel des 12"ers in Richtung All "schaut". Also hab ich die Hauptspiegelabdeckung auf den Spiegel gesteckt und meine EOS in Richtung Zenit schauend darauf gelegt.



Neben den Stangen die den Hut des Newton über dem Hauptspiegel halten, dem Fangspiegel und dessen Halterung und dem optischen 8x50 Sucher sieht man auch den Okularauszug mit eingestecktem Binoansatz von der Jupiterbeobachtung.

Beobachtungstechnisch war es kein spektakulärer Abend, aber Chrissy konnte mit seiner Nikon am neuen 8"/f4 Newton einiges an Rohmaterial von M42, M45, Flammennebel+Pferdekopfnebel, Leo´s Triplet, M95/96/105 mit den benachbarten NGC´s und dem Galaxienpäärchen M81/82 schießen, welches er in den Tagen darauf zu sehr schönen Deepskyfotos verarbeiten konnte.

Das schönste an dem Abend war aber, endlich mal wieder mit meinem Freund und Mitbeobachter Chrissy draussen gewesen zu sein. Wurd aber auch echt mal wieder Zeit ...