Start Mein Equipment Teleskope 70/700 SkyZebra FH Refraktor

Schon länger habe ich Ausschau nach so einem 70/700 Refraktor namens "SkyLux" gehalten, da er über einige Jahre hinweg als ein günstiges und dafür relativ gutes Einstiegsteleskop gehandelt wurde. Da ich wesentlich leistungsstärkere Teleskope besitze, und dieses Instrument daher auch nicht oft zum Einsatz kommen wird, wollte ich nicht viel Geld für so ein Teleskop ausgeben. Neugierig über die Leistungsfähigkeit war ich aber schon länger und hatte mich daher auch schon des öfteren mal in verschiedenen Portalen auf die Suche gemacht. Anfang Februar 2015 war es dann soweit und dieser Skylux (noch in der originalen, blauen Optik)  fand für 20,- € den Weg zu mir.




Bevor er diesen "Zebralook" bekam, musste ich erst noch ein paar Verbesserungen vornehmen. Der Vorbesitzer hatte überhaupt keine Ahnung von dem Stück Technik, das er da besaß. Das sagten mir jedenfalls die völlig falsch eingestellte Polhöhe der zugehörigen parallaktischen Montierung, als auch die Tatsache, dass sämtliche Schrauben bis zum Anschlag fest angezogen waren. Die Schneckentriebe waren ebenfalls mit viel Druck bis an die Zahnräder der Stunden- und Deklinationsachsen gepresst, was verbunden mit dem harzigen Fett dazu führte, dass sich beide Achsen nicht einen Millimeter bewegen liessen. Dem schaffte ich zu allererst Abhilfe, sodass die Montierung nun bestens funktioniert.

Werkseitig hat der Okularauszug dieses Teleskoptyps viel zu viel Spiel, sodass ein sehr starkes Shifting beim Fokussieren stattfindet. Dieses Shifting habe ich durch längsseitiges Aufkleben eines Streifens Veloursfolie auf das Auszugsrohr deutlich reduzieren können.




Da im Internet oft zu lesen ist, dass das zu lange Auszugsrohr des OAZ den Strahlenkegel des achromatischen Objektivs vignetiert, habe ich dieses bis zum Beginn der Zahnstange abgesägt und die Schnittkante mit einem schwarzen Edding geschwärzt.

Bei einem Test mit meinem 1,25"-Justierlaser stellte ich fest, dass der Okularauzug nicht zentrisch sitzt. Der Laser tratt ca. 2,5cm abseits der Mitte aus dem Objektiv aus. Um dies zu verbessern habe ich den OAZ abgebaut, auf einer Seite mit etwas Pappe an der Stelle aufgefüttert, wo er an der Kante des Tubus anliegt, wodurch er beim Wiederanbau leicht geneigt an der Tubuskante des Teleskops anliegt. Dadurch habe ich den Laserstrahl fast mittig auf das Objektiv bekommen.

Dann war der Tubus des Refraktors selbst an die Reihe. Um weitere Arbeiten an dem Teleskop vornehmen zu können, habe ich es erstmal zerlegt.




Die Fassung des Objektivs ist im Originalzustand noch mit einer Schraube + Mutter gegen Herausfallen aus dem Tubus gesichert. Beim späteren Wiederzusammenbau habe ich auf diese Schraube verzichtet, da die Fassung auch so fest genug auf dem Tubus sitzt. Ohne das Objektiv zu zerlegen wäre es auch nicht möglich gewesen, die innenliegende Mutter wieder auf die Schraube zu führen.

Zusätzlich zu einer kleinen Blende im Auzugsrohr des Okularauszugs, sind zur Streulichtunterdrückung im Tubus des SkyLux auch noch zwei Blenden verbaut, wie auf folgendem Foto zu sehen, dass ich von der Objektivseite aus aufgenommen habe.




Von der hier zu sehenden Tubusoberkante an habe ich die Tubusinnenwand bis hin zur ersten Blende mit Velours ausgekleidet, was zur zusätzlichen Streulichtunterdrückung beitragen soll. Genauso habe ich auch die Innenseite der abnehmbaren Tauschutzkappe mit Velours ausgekleidet. Da letztere sehr straff auf der Objektivfassung aufsaß (ich bekam die Tauschutzkappe nur unter Zurhilfenahme eines Föns herunter), habe ich die vier "Haltenasen", auf die die Tauschutzkappe aufgesteckt wird einfach etwas abgefeilt.

Schon früher kam ich mal auf die Idee, eines meiner Teleskope optisch zu "stylen", hattes es aber dann doch nie gemacht. Hier wollte ich es aber endlich mal ausprobieren und dem Teleskop ein "neues Kleid" verpassen. Im Baumarkt fand ich diese selbstklebende "Zebralook"-Dekorfolie von DC-Fix, die ich nach leichtem Anrauhen von Tubus, Tauschutzkappe und Sucherfernröhrchen mit feinem Schmirgelpapier aufklebte, was mir auf dem Teleskoptubus leider nicht ganz ohne leichte Blasenbildung gelang. Aber egal, in erster Linie soll man ja auch durch´s Teleskop schauen und nicht drauf. :-)




Vielleicht klappt es ja doch mal mit einem Astrourlaub in Namibia. Dann wäre ich mit diesem Teleskop bestens für eine Astrosafari gerüstet. :-)


Technische Daten:

Objektivdurchmesser: 70mm
Brennweite: 700mm
Öffnungsverhältnis: f/10
Montierung: Astro-3