Start Beobachtungsberichte 2014 26.12.2014 - Lang nicht mehr draußen gewesen ...

... jau, mich gibt´s auch noch ... Aber die letzten Monate waren recht stressig und ich befürchte, das reißt so schnell nicht ab ...

Aber am 2. Weihnachtsfeiertag war ich mit Kumpel Chrissy und einem Neuling und dessen bestem Kumpel seit ´ner gefühlten Ewigkeit auch mal wieder draußen an meinem Haupt-BeoPlatz. Die Bedingungen waren nicht sooo gut, es war etwas diesig. Aber es sollte das First-Light für den neuen 8er Dobson des jungen Neulings werden und das war mit ein paar Standards auch recht erfolgreich. Gegen 22Uhr wurden die beiden Jungens von ihrem Dad wieder abgeholt und Chrissy und ich wollten noch zu zweit ein wenig spechteln. Den Komet hatte ich dabei auch im Hinterkopf.

Aber nach ca. ´ner 1/2 Stunde zog es dann komplett zu und wir beschlossen unseren Kram - 12" f/5 Dobson und 6" SC plus neuer Fotomontierung von Chrissy abzubauen.

Heim wollte ich trotzdem noch nicht. Wir klönten noch etwas, tranken noch unsere Kaffeereste aus und dann ging der Himmel stellenweise wieder ETWAS auf. Die Transparenz hatte sich in den Lücken nicht verbessert, aber ich wollte unbedingt noch versuchen den Komet mit dem 20x80 Triplet zu erhaschen - freihändig, denn die zuvor abgebaute Parallelogrammmontierung wollte ich nicht nochmal aus dem Auto wuchten.

Immer wieder musste ich meine Sichtungsversuche abbrechen und warten, bis Wolken und Nebelbänke wieder durchgezogen waren. Relativ schnell dachte ich dann, ich hätte ihn schon, aber es war dann doch nur der Kugelsternhaufen M79, der mich narrte, was auch schnell klar wurde, da die Position einfach nicht hinhauen konnte.

Aber nach ca. 20 Minuten konnte ich den schmutzigen Schneeball dingfest machen. Nachdem ich Chrissy beschrieben hatte, über welche Sterne und mit welcher Bewegung man am einfachsten auf den Kometen stößt, hatte er ihn dann auch in seinem 20x80. Is schon ein recht großes Teil. Zum Vollmonddurchmesser fehlt glaub ich nicht mehr so viel, und zum Zentrum hin ist die Koma stark kondensiert.

Wenn man mal bedenkt, wie tief der Kollege unterhalb vom Hasen rumgekrochen ist und wie diesig es an sich war, dann muss der Komet schon wirklich ziemlich hell sein, dass wir ihn unter den Bedingungen überhaupt ausmachen konnten.

Somit endete unser BeoAbend nach 4 1/2 Stunden und wir fuhren um 23.30 Uhr wieder Heim.

Trotz der alles andere als optimalen Bedingungen hat´s ´ne Menge Spass gemacht mal wieder altes Sternenlicht auf die Netzhaut zu bekommen. Und das sich im Nachbarort noch ein junger Sternfreund gefunden hat, der ganz heiß darauf ist in die BeoWelt einzusteigen, freut mich natürlich ganz besonders.