Start Mein Equipment Teleskope 12" f/5 Meade Lightbridge Dobson

Seit Ende Januar 2013 ist die 12" f/5 Lightbridge mein Hauptteleskop zur visuellen Beobachtung des Sternenhimmels. Zuvor waren das der 8" f/6 GSO und der 16" f/4,5 Starfinder Dobson, die ich beide im Sommer 2012 verkauft habe. Letzterer kam aufgrund seiner Größe und Unhandlichkeit immer seltener zum Einsatz. Da ich auch keine Zeit zum Umbau des Volltubusgeräts in eine Gitterrorvariante hatte und dies mir auch nicht als so trivial erschien, entschied ich mich damals dazu, mich von diesem "Lichteimer" zu trennen. Den 8" GSO Dobson verkaufte ich gleich mit, da ich auf jeden Fall ein größeres Teleskop für die visuelle Beobachtung haben wollte und man dafür je keine zwei Dobsons besitzen muß. Ein 12" f/5 Dobson erschien mir daher die größtmögliche Lösung zu sein, die ich auch dauerhaft gewillt sein würde mit raus zu nehmen. Denn das leistungsfähigste Teleskop nützt wenig, wenn es einem auf Dauer zu unhandlich ist und man dadurch die Motivation verliert, damit auch raus unter dunklen Himmel zu fahren.

Eigentlich wollte ich wieder ein Volltubus Teleskop besitzen, da ich darin schon auch ein paar Vorteile, wie bessere Streulichtunterdrückung und besserer mechanischer Schutz der optischen Bauteile sehe. Die Lightbridge fand ich aber schon immer von der optischen Erscheinung her ganz nett und da ich ein gutes Angebot von einer bereits in ein paar Teilen modifizierten Lightbridge bekam, schlug ich Ende 2012 zu. Aufgrund der Entfernung zum Vorbesitzer holte ich das Teleskop dann aber erst Ende Januar 2013 ab, da ich die Fahrt mit einem beruflichen Termin verbinden konnte. Ein weiterer Grund mich für die Lightbridge zu entscheiden war der, dass ich hier und da mal gelesen hatte (gelesen!, nicht selbst festgestellt!), dass für die Tuben der günstigen 12" Dobsons zu dünnes Blech verwendet wird, was sich negativ auf die Justagestabilität auswirkt. Die Lightbridge scheint mir auch dahingehend eine gute Wahl zu sein.

Wie auf dem ersten Blick bereits zu erkennen, befindet sich meine 12" Lightbridge nicht mehr im Originalzustand. Ich habe sie aber nicht nur optisch "gepimpt", sondern auch für den praktischen Einsatz unter dem Sternenhimmel in einigen Details optimiert.



Technische Daten:

Hauptspiegeldurchmesser: 305mm
Hauptspiegeldicke (außen): 37mm
Brennweite: 1524mm
Öffnungsverhältnis: f/5
Hauptspiegelgewicht: 6,2kg
Fangspiegel Durchmesser: 70mm (kl. Achse)
Obstruktion: 23%
Gewicht Rockerbox: ca. 15kg
Gewicht Tubus: ca. 21kg


Modifikationen:


1. Stärkere Justagefedern in Hauptspiegelzelle eingebaut - wodurch die drei Justagekonterschrauben entfallen konnten. An deren Stelle wurden drei Gegengewichte montiert.

2. Hut und Hauptspiegeltubus zur Streulichtunterdrückung mit Velours ausgekleidet.

3. Kreuzschlitz-Justageschrauben des Fangspiegels durch werkzeuglos verstellbare Rändelschrauben getauscht.

4. Saugenden 140mm Lüfter (Noiseblocker PK-2) für schnellere Temperierung und Minderung von Tubusseeing verbaut.



Für die Minderung von Tubusseeing darf der Lüfter nicht auf voller Drehzahl laufen, sondern muss in der Drehzahl regelbar sein. Dazu habe ich mir eine kleine Drehzahlregelung gebaut und diese (erstmal provisorisch) in einer kleinen Elektro-Abzweigdose untergebracht.



5. Obstruktion durch in den Strahlengang reinragende Streulichtsocke beseitigt. Hierzu habe ich drei Längen aus flexiblem Elektro-Schutzrohr (FBY-EL-F M25) angefertigt diese um die Gitterrohre gelegt und mit zugehörigen Muffen zu Ringen verbunden (s. Bild oben). Dadurch kann die angelegte Streulichtsocke nicht mehr in den Strahlengang hineinragen.



6. Filterschieber eingebaut.



Der 2"-Filterschieber ist eine Eigenkonstruktion von "Astroengel" und wurde von ihm für mich angefertigt. Ich musste ihn "nur" noch an mein Teleskop adaptieren, wozu auch die Fangspiegelspinne versetzt werden musste. Momentan sind im Filterschieber meine Baader OIII und UHC-S Filter verbaut. Das Loch dazwischen bleibt für filterlose Beobachtungen frei, das vierte Loch soll irgendwann noch mit einem h-Beta-Filter bestückt werden. Für den Transport wird die Schublade mit den Filtern entnommen und in eine Transportbox gesteckt, die ich dafür angefertigt habe.



7. Gegengewichte zum Ausbalancieren der Kopflastigkeit.



Hierfür habe ich zwei Türstopper verwendet, deren Bodenplatten ich mit je vier Stabmagneten beklebt habe, wodurch die Gewichte gut am Blechtubus gehalten werden. In der Regel genügt eines der beiden Gewichte.

8. Anfertigung einer stabileren Rockerbox aus Multiplex (steht noch aus!).


Die Lightbridge im nächtlichen Einsatz (noch ohne farbige Veränderung):




Beobachtung mit EQ-Plattform:

Ein einfaches Teleskop mit einer Dobson-Montierung hat den Nachteil, dass man den Tubus ständig dem zu beobachtenden Objekt hinterherschubsen muß. Dies kann man aber mit einer sogenannten EQ-Plattform kompensieren. Gerade bei hohen Vergrößerungen, wie man sie bei gutem Seeing vor allem an Sonne (nur mit geeignetem Sonnenfilter - Erblindungsgefahr!!!), Mond und Planeten nutzen kann, ist solch eine Nachführung schon eine feine Sache, die das Beobachten wesentlich komfortabler gestaltet. Nachfolgend ein älteres Foto meiner Lightbridge, stehend auf meiner EQ-Plattform, während einer Sonnenbeobachtung.