Start Beobachtungsberichte 2011 24.09.2011 - Allein auf der Sonne und mit Hubertus im DeepSky

In den Mittagsstunden des 24.09. habe ich mein PST in die Einfahrt gestellt, um mal zu gucken, was es in H-alpha auf unserem Heimatstern zu sehen gibt. Und da das ganz nett aussah, hab ich auch die SPC900NC Webcam noch im Schwarz/Weiß-Modus an den Start gebracht und zwei Teilaufnahmen mit je zwei Filmchen eingefangen. Die anschließeden Bearbeitung habe ich wieder mit Giotto gemacht, das ich auch zum Aufnehmen der Filmchen nutze. Die nachcolorierte Version habe ich mit Gimp erstellt.

Sonne in H-alpha - coloriert


Ohne Farbe ...

Sonne in H-alpha


Sonne in H-alpha


Wie man sieht, habe ich doch immer noch Probleme vor allem mit der Schärfe der Oberfläche. Das Seeing war aber auch nicht wirklich gut. Aber egal ...


Am Abend machte ich mich dann auf den Weg zu Hubertus Sternwarte in die Nähe von Medebach im Sauerland. Die Grenzgröße lag an dem Abend bei knappen 6mag im Zenit, am Horizont war´s dagegen eher diesig.

Mit dabei hatte ich meinen Fotonewton und meine LXD75, um noch eine Fotoserie vom Adlernebel zu schießen, bevor sich dieser wieder in seinen laaaaangen Winterschlaf zurückzieht. Mir fehlen ja noch einige Sommerobjekte in der Fotogallerie meiner Webseite, aber jedes Jahr kommt mir irgendwas dazwischen, um die hellen Nebel der Sommermilchstrasse mal in Angriff zu nehmen, zumal ich ja primär visuell beobachte und mein Simple-Foddogedöns nicht immer am Start habe, wenn ich raus gehe. Am 03.09. konnte ich endlich mal mit M17 den Anfang machen und nun wollte ich eben den schönen Adlernebel auch mal noch einfangen. Die noch helleren und größeren Lagunen- und Trifidnebel sind schon nicht mehr möglich. Aber vieleicht im nächsten Jahr? ...

Ich fange auch gleich mal mit dem ersten Foto an, da diese Nacht ja nu auch schon wieder ´ne Weile her ist und ich mir von den Beobachtungen an Hubertus Teleskopen uch nur stichpunktartige Notizen gemacht habe.

M16 - Adlernebel

(6" f/5, EOS1000D, ISO800, 27x 120 Sek., ohne Guiding)

Schön kann man schon die "Pillars of Creation" erkennen, wenngleich zum berühmten Hubblefoto natürlich Welten dazwischenliegen.

M16 haben wir denn auch mit Hubertus 16"er auf´s Korn genommen. Es waren zwar Strukturen im Nebel zu erkennen, in Ermangelung eines ausgedruckten Fotos konnten wir diese aber nicht wirklich festmachen.

Die Balkenspiralgalaxie NGC7479 im Pegasus stand danach auf dem Programm. Spiralarme waren nicht zu erkennen, wohl aber der längliche Balken mit deutlich hellerem Kern.

Nicht weit davon entfernt entdeckten wir im TriAtlas den Kugelsternhaufen Palomar 13. Im 16"er konnten wir ihn allerdings nicht ausmachen, trotz Vergleich der Region mit einem Foto. Das Dingen ist mit ca. 85.000 Lj. wohl doch ein bischen weit weg.

Ebenfalls im Bereich unter dem rechten unteren Kastenstern des Pegasus namens Markab steuerten wir dann noch die Galaxie NGC7515 an, die nur als schwach leuchtendes Fleckchen erkennbar war.

Während der Beobachtungen schlug ich meinen Fotonewton noch auf den Ringnebel M57 um, weil mir von dem bisher noch keine wirklich schöne Aufnahme geglückt war. Auch in dieser Nacht sollte es nicht viel besser werden, da der Fangspiegel anfing zuzutauen. Nichtsdesto trotz kam folgendes Foto dabei heraus:

M57 - Ringnebel in der Leier

(6" f/5, EOS1000D, ISO800, 32x 90 Sek., ohne Guiding)

Da der Himmel immer diesiger wurde, beschränkten wir uns den Rest unserer gemeinsamen Beobachtungsnacht mit den beiden sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems. Zuerst gönnten wir uns Uranus, um nach seinen Monden Ausschau zu halten. Leider ohne Erfolg. Die Bedingungen waren wohl nicht gut genug.

Mit Hubertuss "Langem Lulatsch", dem 6" f/15 Halb-APO machten wir dann noch einen Besuch beim Gasriesen Jupiter, der in leider nur sehr kurzen Momenten schöne Strukturen in der Wolkenoberfläche zeigte.

Aufgrund der immer feuchteren Bedingungen ging die Nacht leider mal wieder zu schnell zu Ende.