Start Selbstbau Binomount

Im Folgenden ist hier noch der Bau meiner ersten Parallelogrammmontierung beschrieben. Diese nutze ich aber mittlerweile nicht mehr, da ich mir im April 2012 eine komplett Neue gebaut habe, die etwas stabiler geworden ist. Hier schonmal zwei Fotos der neuen Binomount Vers.2.0 - der komplette Baubericht folgt.

 











































































Binomount Vers. 1.0 - meine erste Parallelogrammmontierung


Im April 2011 hatte ich mal wieder das Vergnügen mit einer Parallelogrammmontierung und einem aufgesattelten 25x100 Fernglas zu spechteln, was mir soviel Freude gemacht hat (bis auf die Dejustage des Fernglases), dass ich mir fest vorgenommen hatte, auch endlich mal eine solche Fernglasmontierung zu bauen. Am 29.04.2011 war es dann soweit.

Nur mit der groben Vorstellung davon wie so ein Ding funktioniert, fuhr ich zu meinen Eltern, wo mein Vater auf dem Dachboden noch jede Menge Holz- und Metallteile zum verbasteln liegen hat. Da wollte ich Inspirationen für den Bau meiner Binomount sammeln. Von daheim hatte ich bereits das Stativ meines alten Tchibo-Newton mitgenommen, das seit dem Umbau dieses Teleskops zum stabilen Dobson nur noch im Keller vor sich hin verstaubte - zum wegschmeissen war mir das Stativ zu schade.

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Bis auf eine Idee, wie ich es nun angehen wollte, fand ich auf dem Dachboden meines Vaters leider nichts, was ich gebrauchen konnte. Also erstmal wieder ab ins Auto und auf zum alteingesessenen, heimischen Baumarkt, wo ich mir zwei Eisen-Winkel und eine Alu-Wandhalterung gekauft habe. Danach bin ich noch zu mir an die Arbeit (Elektrogroßhandel) und habe mir eine 3m-Stange lackiertes M20er Stahlpanzerrohr gekauft. Dann wieder ab zu meinen Eltern in die Garagenwerkstatt meines Vaters, um mit dem Bau zu beginnen.

Zuerst sägte ich von der U-förmigen Teleskophalterung des alten Stativs die senkrechten Haltearme ab und schliff die abgesägten Stümpfe plan. Somit konnte ich dann die beiden Winkel vom Baumarkt da drauf schrauben. Dazu habe ich M5er-Gewinde in den Alugußkörper des Stativs geschnitten. Für die Montage der beiden Parallelogramm-Rohstücke zwischen die Winkel, habe ich leider keine passenden Löcher in den bereits vorgebohrten Winkeln gefunden. Daher habe ich mir jeweils zwei neue 5,5mm-Löcher im Abstand von 9,5cm reingebohrt.

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Dann überlegte ich mir, wie lang ich die beiden Rohrstücke für das Parallelogramm machen sollte. Dazu stellte ich mich mit einem Gliedermaßstab (das gemeine Volk nennt das Ding auch Zollstock) neben das Stativ und hielt mir diesen so an, wie ich dachte, dass das untere Rohr lang sein muß, um im Zenit mit dem FG gucken zu können. Das untere Rohr sägte ich dann auf 1,20m ab, das obere Rohr beließ ich beim Rest von 1,80m. Dabei wollte ich etwas vom Stativ wegstehen, um beim beobachten nicht dranzukommen.

Damit das lackierte Rohr nicht am Metall der beiden Bügel schabt, habe ich Unterlegscheiben genommen und diese mit runden, selbstklebenden Filzgleitern beklebt.

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Anschließend habe ich die Gleiter noch mit einem 6er Bohrer durchbohrt.

Montiert sieht das so aus:
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Das Kopfstück, wo das Fernglas drauf montiert wird, habe ich aus einem Stück Holz und einer Wandhalterung aus einem Alu-U-Profil zusammengebaut.

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Den Sterngriff, mit dem ich den U-Profil-Winkel fixieren kann, hab ich noch bei meinem Vater in der Grabbelkiste gefunden.

Das rechte Ende des U-Profils war original nach oben gebogen, so wie das Stück, das am Holz befestigt ist. Da das aber dem Fernglas im Weg war, hab ich es vorsichtig im Schraubstock zurückgebogen.

Und so sieht sie komplett aus, meine neue Binomount (mit 16x80 Hannia Fernglas):
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Die Schrauben, die das Parallelogramm zusammenhalten sind übrigends M5.

Gebaut habe ich daran etwa 3 Stunden. Am Abend konnte ich das Teil bei recht böigem Wind und nur teilweise klarem aber noch etwas aufgehelltem Himmel mit meinem 16x80 FG schonmal ausprobieren. Es funktioniert zusammen mit den Gegengewichten, die ich noch rumliegen hatte, relativ gut. Es ist allerdings auch etwas wackelig, was ich zum größten Teil auf das billige Teleskopstativ zurückführe, das sich beim Bewegen der Binomount doch etwas verwindet und zurückfedert. Die relativ langen Rohre werden aber vermutlich auch etwas dazu beitragen. Unterm Strich ist es aber schon so eine echte Bereicherung, denn zum einen brauche ich das Fernglas nicht mehr festhalten und zum anderen wackelt es auf jeden Fall so viel weniger, als wenn ich das FG in der Hand halten muß.