Start Beobachtungsberichte 2011 09.04.2011 - Mein Tag der Astronomie 2011

Der Samstag Morgen begann wie jeder Samstag Morgen bei uns beginnt: Trotz Wochenende meint mein Sohn, dass es gegen 5.30Uhr Zeit zum Aufstehen ist. Nun gut, sind wir zwar eigentlich gewöhnt, aber so richtig doch irgendwie nicht. Aber wart´s ab, Bursche, dat kriste noch wieder zurück. :-) Was aber dann doch außerhalb der Routine eines Samstag Morgen lag, war die Tatsache, dass meine Zweitgeborene ihren 6ten Geburtstag feierte - und dass dann auch ab ca. 6Uhr. Jawoll, die Kleene is auch Frühaufsteher, nicht nur mit Geburtstags-"was-bekomme-ich-wohl-für-Geschenke"-Aufregung.

Nach gemeinsamem Trällern des Geburtstagsklassikers "Heute kann es regnen, stürmen oder schneien ..." und Auspacken der ersten Geschenke hab ich dann "meinen" Tag der Astronomie eingeläutet, indem ich mir den Sonnenaufgang von unserem Balkon aus angeschaut habe.

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Die Bedingungen waren aufgrund der durchziehenden, horizontnahen Wolkenfront nicht perfekt, dennoch zeichnete sich ab, dass es nicht nur für meine kleine Tochter ein schöner Tag werden würde.

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Nach dem morgendlichen Frühstücksritual, letzten Einkaufsvorbereitungen für den anstehenden Kindergeburtstag und dem Mittagessen habe ich mich dann für ca. 1 1/2 Stunden auf den heimischen Flohmarkt abgesetzt, wo ich dann auch (teilastronomisch) fündig wurde: Ich kaufte mir für kleines Geld eine analoge Spiegelrefelxkamera, eine Canon EOS600 mit einem Sigma 28-105mm Asperical IF Zoomobjektiv, dass sich ganz prima mit meiner digitalen EOS1000D verheiraten läßt. Die beiden haben sich gleich richtig gut verstanden. Is ja eigentlich schon schade um den extremen Preisverfall der analogen Kameras, aber nun ja, so ist das nunmal. Nun hab ich aber auch wieder eine analoge Kamera und ich hab auch irgendwie Lust mal wieder richtige Dias zu schießen. Vieleicht ja auch mal ein paar astronomische?

Der Kindergeburtstag begann dann um 14Uhr bei uns daheim mit Kuchen und Kakao, gegen 14.45Uhr ging meine Frau mit unserer großen Tochter und den "Kleinen" dann zum örtlichen Reiterhof. Meine kleine Tochter hatte sich gewünscht mit ihren Gästen reiten zu gehen. Nachdem mein kleiner Sohnemann ausgeschlafen hatte, schaute ich mir mit ihm das reiterliche Treiben auch mal an. Ich persönlich kann dem ja garnix abgewinnen, aber die Kleenen stehen da wohl drauf ...

Nunja, Sohnemann und ich sind dann wieder Heim ein bischen Trampolinspringen und Bobbycar fahren, nebenher probierte ich mein neues Objektiv ein wenig aus, holte zum Vergleich aber auch mein russisches Spionageobjektiv, das TAIR-3 PHS mal raus und pflückte mir u.a. den zunehmenden Mond vom Himmel - is ja schließlich der Tag der Astronomie.

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Nach dem Reiten gab´s dann Abendessen wieder bei uns daheim - Pommes und Kochwürstchen, so wie es das Töchterlein sich gewünscht hatte. Als dann alle Gäste wieder abgeholt und noch ein bischen mit den neuen Spielsachen gespielt wurde, wurds dann langsam Zeit für die Heia - bei den Kids - für mich sollte es natürlich nochmal raus gehen.

Ich entschloss mich bereits am Tage dafür, die Sterngucker Frankenberg mal wieder besuchen zu fahren, die wiedermal ein schönes Programm für den ganzen Tag aufgestellt hatten. Am Vormittag waren sie wieder in der Fußgängerzone des ca. 30km entfernten Städtchens Frankenberg präsent, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, mal einen Blick auf unser Zentralgestirn zu werfen. Ab dem Nachmittag waren sie dann in der örtlichen Ortenbergschule anwesend, von wo es ab Abends die Möglichkeit der Himmelsbeobachtung geben sollte.

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Gegen 21Uhr traf ich dort ein, war aber auch etwas überrascht, dass der Verein nur mit 5 Mitgliedern vertreten war. Noch mehr überrascht war ich aber im Verlauf des Abends, dass die Möglichkeit der Beobachtung von der heimischen Bevölkerung kaum genutzt wurde. Lediglich eine Mutter mit ihren zwei Töchtern und zwei Männers waren gekommen, um mal ein Blick durch ein Teleskop zu werfen.

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Trotz Beobachtung mitten aus der Stadt heraus und zunehmendem Mond, konnte den wenigen Erschienen auch ein wenig Deepsky gezeigt werden. Als erstes wurden mit den Teleskopen (63 - 150mm Öffnung) aber natürlich der Mond und auch der Saturn beobachtet, was auch für ordentlich Begeisterung sorgte. Mit einem Green Laser wurden dann Sternbilder und Objekte am Himmel gezeigt ...

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... und im 6"er wurden u.a. noch "die kosmische 37", M3 und sein "großer Bruder" M13 und epsilon lyra gezeigt. Die "37" hatte ich vorgeschlagen und auch aufgesucht. Bei dem hellen Mond garnicht so einfach, da die unter mondlosem Himmel sehr einfach zu findenden Sterne zum Aufsuchen des Objekts in der Nacht ohne optische Hilfsmittel nicht zu finden waren. Auf nachfolgendem Foto kann man die entsprechenden Sterne des rechten Arms des Orion aber erkennen.

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Als sich die "Weltraumtouristen" dann gen Heimat aufgemacht hatten, erwähnte ich noch, dass mir das beobachten der Planeten und des Monds seit der Anschaffnung des Binoansatzes noch viel mehr Spass machen würde und bot an, mein Bino aus dem Auto zu holen. Gesagt getan wurde Saturn nochmal mit dem 6" f/8 Newton eingestellt. Ich baute Bino und Glaswegkorrektor zusammen, erzählte dabei kurz etwas über die einzelnen Komponenten und machte das Bino am Newton startklar. Der Reihe nach schauten die Frankenberger Kollegen durch´s Scope und ich meine bei dem ein oder anderen die fallende Kinnlade "gehört" zu haben. Könnte gut sein, dass wieder einer mit dem Binovirus infiziert wurde, so wie ich selbst vor gut 1 1/2 Jahren von Loeni. Is aber auch geiel!

Gegen 23.30Uhr wurde dann abgebaut, wobei ich noch etwas half, um im Anschluß dann auch nach Hause zu fahren. Da das Seeing in Frankenberg so gut war, entschloss ich mich daheim meinen 8"er Dobson nochmal in die Einfahrt zu stellen und noch ein wenig den "Herr der Ringe" zu bestaunen. Das Seeing war wirklich ganz passabel und eigentlich wollte ich auch Saturn in dieser Saison gern noch filmen. Aber in dieser Nacht hatte ich keine Lust mehr dazu, Montierung, Läppi und Webcam startklar zu machen. Also beließ ich es dabei, noch ein wenig visuell durch den Nachthimmel zu wandern. Nach einer Stunde hatte ich dann aber auch genug - wie das letzte Foto aus Frankenberg auch zeigte, war es leicht diesig und da der Mond ja auch noch nicht untergegangen war, konnte ich meine heißgeliebten Galaxien und Nebel eh nicht beobachten.