Start Beobachtungsberichte 2011 04.-08.03.2011 - Der hellste Leuchtturm im All ...

Es ist Donnerstag, der 10.03.2011 und endlich komme ich dazu, die Erlebnisse der letzten Tage zusammenzufassen, die mich wieder viel Schlaf gekostet haben. Aber man muß eben die momentan wettertechnisch wenigen Gelegenheiten nutzen, die sich in Deutschland bieten.

Der hellste Leuchtturm im All - das war der Titel, der mir heute im Laufe des Tages einfiel für meine aktuelle Berichterstattung. Manch "Neuling" läßt sich hier vieleicht in die Irre führen ... Gemeint ist nämlich nicht unsere Sonne, sondern ein Objekt, dass ca. 500 BILLIONEN mal heller leuchtet, als unsere Sonne!!! Wahnsinn, oder? Das allein hätte aber nicht ausgereicht, um es mit 16" beobachten zu können. Nein, es bedarf noch dem Zufall, dass sich vor dem Objekt noch eine Galaxie befindet ...

Waaa??? O.k., später, nu erstmal der Reihe nach. Ich wollte nur schonmal ein wenig die Neugierde schüren.

Tja, die letzten Tage waren ja wirklich ein Seegen für den bis dahin vergeigten Beobachtungsherbst-/winter. So konnte ich ja schon über meinen neuen DeepskyScanner im ersten nächtlichen Einsatz in der Nacht vom 28.02. auf den 01.03. berichten, am 03.03. konnt ich auch schon wieder beobachten fahren, na und für den Tag darauf hatte sich Hubertus mit dem Besuch seiner Sternwarte angekündigt. Und genau da steigen wir nun ein.


Freitag, 04.03. auf Samstag 05.03.2011
Sternwarte von Hubertus Rieger

Nachdem ich unserer Auszubildenden noch den neuen E-Herd angeschlossen hatte, machte ich mich gegen 22.00Uhr auf zu Hubertus Sternwarte. Hubertus hatte bereits eine kleine Himmelsführung mit Jugendlichen und Lehrern einer heimischen Schule hinter sich gebracht, als ich voller Freude auf das Wiedersehen bepackt mit meinem TriAtlas und ´ner Kanne Kaffee bei ihm eintraf. Es war recht frisch draußen und der Himmel leider nicht perfekt. Gerade zum Horizont hin war die Durchsicht sehr schlecht. "Meinen" 6mag-Stern in UMi konnte ich nicht ausmachen, denke aber, dass wir direkt im Zenit knappe 6mag gehabt haben dürften. Nach einer Weile des unterhaltens steuerten wir das erste Objekt des Nachthimmels an.

Hubertus hatte schon vor Monaten davon berichtet, dass es einen recht jungen Quasar nahe den Vorderläufen der Großen Bärin zu beobachten gäbe, der satte 12 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sei. Und genau den wollte er als erstes auf´s Korn nehmen. Dafür hatte er sich eine Kurzbeschreibung des Objekts mit invertiertem Foto zum Aufsuchen der markanten Stelle ausgedruckt. Um aber überhaupt erstmal dorthin zu kommen, nahmen wir meinen TriAtlas zur Hilfe, da dort die Position dieses Quasars eingezeichnet ist. Hubertus begann dann langsam sich von 31ger Nagler, übers 11er, weiter zum 7er bis schlußendlich zum 4,8er Nagler an die Grenzgröße des Quasars ranzutasten. Die Stelle, wo sich der Quasar befinden sollte hatte Hubertus auch schnell gefunden, aber das schwache Lichtfünkchen wollte sich erstmal nicht zeigen.

Aber vieleicht erstmal eine kurze Info zum Objekt. Der Quasar mit der Bezeichnung APM 08279+5255 wurde Ende der Neunziger eher durch Zufall entdeckt. Man war auf der Suche nach Carbonsternen, die anhand ihrer Zusammensetzung auffallend rot leuchten. Dadurch "landete" auch dieser Quasar auf dem Untersuchungstisch, da er auch tiefrot leuchtet. Bei der spektroskopischen Untersuchung fand man aber sehr schnell heraus, dass das Objekt nicht zu unserer Milchstrasse gehört, sondern ein ziemlich weit entfernter Quasar sein muß, was zu dem Zeitpunkt etwas überraschend war, da dieser Quasar anhand seiner Rotverschiebung z=3,911 zwar sehr jung sein mußte, seltsamerweise dafür aber unwahrscheinlich hell war. Die Angaben zu seiner Helligkeit schwanken im Internet ein wenig, liegen aber irgendwo bei 15,2 - ca. 16mag im roten Wellenlängenbereich, im blauen aber wesentlich schwächer bei ca. 18-19 Magnituden. z=3,911 bedeutet, dass sein Licht ca. 12 Milliarden Jahre unterwegs war, um hier von uns Erdlingen beobachtet, bzw. fotografisch festgehalten zu werden. Das bedeutet, dass wir diesen Quasar zu einem Zeitpunkt sehen, als das Universum gerade mal 1,7 Milliarden Jahre alt war, also gerade mal gute 12% des momentan angenommenen Alters von ca. 13,7 Milliarden Jahren. ... Das muß man sich mal versuchen irgendwie vorzustellen ... geht nicht, gelle? Da unser Sonnensystem und somit auch unsere Erde gerade mal ca. 4,5 Milliarden Jahre alt ist, und dass ja auch schon unvorstellbar ist, find ich die Vorstellung davon, dass man da was beobachten kann, was gut 2 1/2 mal weiter zurück in der Vergangenheit liegt, als es unseren Planeten überhaupt gibt, schon extrem irre.

Aber zurück zum Objekt. Untersuchungen zur Folge stellte sich erstmal heraus, dass dieser neu entdeckte Quasar eine Leuchtkraft von über einer Billiarde Sonnen haben muß, dass er uns so relativ hell erscheint. Weitere Beobachtungen brachten aber zu Tage, dass da nicht nur ein Lichtpunkt zu sehen war, sondern gar derer drei, die im Abstand von ungefähr 0,4 Bogensekunden zueinander stehen. Eine Gravitationslinse verursacht dabei diese Erscheinung, indem sie das Licht des einen Quasars so bricht, dass man ihn dreifach sieht. Dadurch wird auch die Leuchtkraft verstärkt, was aber auch bedeutet, dass dieser Quasar "nur" etwa 500 Billionen mal heller als unsere Sonne strahlt. Wie dem auch sei, dieser Quasar gehört auf jeden Fall zu den hellsten Objekten im Weltall, die uns bisher bekannt sind!

Nun aber zurück in Hubertus Sternwarte. Es dauerte eine Ewigkeit, bis Hubertus plötzlich an seinem parallaktisch montierten 16" Newton laut aufschrie und vermeldete, dass er genau an der richtigen Stelle etwas hat aufblitzen sehen. Ziemlich fertig von der anstrengenden, hochkonzentrierten Beobachtung überlies mir Hubertus den Platz am Teleskop und ich ging meine Beobachtung des Quasars an. Mit dem 11mm Nagler und dem ausgedruckten, invertierten Foto versuchte ich mich zu orientieren, was auch relativ schnell gelang, deckte dieses Okular doch einen großen Teil des Gesichtsfeldes des Fotos ab. Dennoch ist es garnicht so einfach, wenn man anstatt der vielen Sterne auf dem Foto, nur noch ein paar wenige sieht und diese dann identifizieren muß, um überhaupt erstmal zur richtigen Stelle zu gelangen, wo sich der Quasar befinden müßte. Es dauerte sehr lange, bis sich auch bei mir ein Fünkchen an der richtigen Stelle zeigte. Kurz darauf blitzte es auch noch ein weiteres Mal an gleicher Stelle auf. Mir persönlich reicht das für eine wirklich sichere Sichtung aber nicht aus und ich versuche noch weitere Minuten, den Quasar dingfest zu machen. Es wollte mir aber nicht mehr gelingen und ich gab es auf. Hubertus und ich gingen aber schon davon aus, dass das keine Einbildung war und ruhten uns bei einer Tasse Kaffee, bzw. Hubertus bei Tee erstmal ein wenig aus. Ist wirklich heftig anstregend, so schache Dinger zu beobachten. Aber wenn´s dann klappt, dann startet automatisch das Kopfkino und zusammen mit der Vorstellung, was man da grad auf der Netzhaut hatte, steigen die Glücksgefühle hoch.

Wenn der Himmel doch nur ein bischen besser wäre, dass man den Quasar öfter aufbitzen sehen könnte ... Aber besser sollte es nicht mehr werden, wobei das Seeing eigentlich ganz o.k. war. Zumindest draußen, denn in Hubertus 16"er Volltubus drehte sich die Luft deutlich bei defokussiertem Sterntest. Da könnte bestimmt noch mehr gehen, wenn das Problem beseitigt wäre. Hubertus sagte auch, dass der Lüfter schon besorgt wäre, aber eben noch keine Zeit gewesen wäre, um ihn anzubauen.

Ich greife nun mal kurz auf Rosenmontag vor, wo ich die Region um APM 08279+5255 mit meinem 6" f/5 Newton abgelichtet habe:






























Was auf dem Foto noch zu sehen ist, sind viele kleine Wattebäuschchen in der Region. Allein auf dem kleinen Bildausschnitt sind vier Galaxien zu erkennen (s. a. höhere Auflösung in der Fotogallerie "Quasare").

Wir hatten uns ziemlich lange an dem Quasar aufgehalten und da ich auch relativ kaputt war vom Tag und der Arbeitswoche an sich, hielten wir nur noch mal mit dem langen Lulatsch, dem 6" f/15 Halb-Apo auf Saturn. Trotz dass er noch längst nicht kulminierte, war der Anblick einfach nur fantastisch. Einige Details waren auszumachen. Sogar den großen Sturm, der momentan auf seiner Nordhalbkugel sein Unwesen treibt, meinen wir erkannt zu haben. Gegen 2Uhr machte ich mich dann aber auf den Heimweg.


Am Samstag klarte es gegen Abend zwar auf, es zogen aber auch immer wieder ein paar Wolken durch. So entschloss ich mich, diese Nacht nicht raus zu gehen. Bei einer nächtlichen Kippe auf unserem Balkon gegen 0Uhr zeigte sich, dass die Entscheidung die richtige war - der Himmel war komplett dicht.


Sonntag 06.03. auf Montag 07.03.2011
Sternwarte von Hubertus Rieger

Da Hubertus am Rosenmontag keinen Schuldienst hatte und auch die Wettervorhersage ganz positiv war, blieb er noch bis Montag, sodass ich mich am Sonntag entschloss ihn nochmal besuchen zu fahren. Da ich am nächten Morgen um 6Uhr raus mußte, wollte ich auch nicht so lange bleiben. Aber wie es nunmal bei mir immer wieder vorkommt, vergisst man einfach die Zeit, wenn´s gerade so schön ist.

Die Bedingungen waren deutlich besser als am Freitag zuvor, mein 6mag-UMi-Stern war indirekt auch zeitweise zu sehen, sodass wir auch den "hellen" Quasar nochmal in Angriff nehmen wollten. Zuerst aber sollten es ein paar leichte und auch optisch schöne Objekte sein.

Der Beginn wurde für mich mit NGC1333, einem Reflexions- und  Emissionsnebel im Perseus gemacht, den Hubertus schon beobachtet hatte, als ich gegen 21.30Uhr bei ihm in der Sternwarte eintraf. Ein leichter Schwimmer des Nebels war in seinem 16"er zu erkennen, mehr aber auch nicht. Weiter ging es zum Californianebel NGC1499, der für ein Teleskop mit guten 1,80m Brennweite eigentlich viel zu groß ist. Mit h-beta-Filter und dem 31ger Nagler konnten wir den Nebel aber sehr schön abfahren und einiges an Struktur darin beobachten. Prima, besser als gedacht. So ein h-beta-Filter fehlt in meiner Sammlung also doch noch.

Dann schwenkte Hubertus den Newton auf den Krebsnebel M1. Dieser zeigte in dieser Nacht eindeutig ewtas mehr Struktur, als noch im Januar, als wir beide diesen schönen Supernovaüberrest zum letzten Mal beobachtet hatten. Außer ein paar Vordergrundsternen tauchten auch hier Strukturen im Nebel auf, die einem gleich die bekannten Fotos des Objekts ins Gedächtnis holten.

Auch M42 mußte natürlich sein. Im 31ger Nagler am 16"er immer wieder einfach nur atemberaubend schön. Grünliche Schimmer machten sich bemerkbar, dass Rot an dieser hellen Kante nahe des Trapezes blieb aber heut irgendwie aus. Auf meine Frage an Hubertus, wie sein Farbsehen an M42 ist berichtete er, dass er auch einen Rotton mit leichtem Hang zum lila in den Schwingen erkennen könne. Da Hubertus sich auch mit der Malerei beschäftigt, hat er sicher auch eine bessere Farbwahrnehmung als ich. Er erzählte weiter, dass er zig verschiedene Grautöne ausseinanderhalten könne und zum erstellen von verschiedenen Grautönen auch genau wisse, von welcher anderen Farbe er wieviel beimischen müsse, um den gewünschten Grauton zu erreichen. Klingt schon sehr beeindruckend. Mitreden kann ich da aber nicht. Hab mich als Kind schon schwer getan mit dem gezielten Mischen von Farben.

Egal, weiter zum Weihnachtsbaumhaufen NGC2264. Der Reflexionsnebel darin war viel deutlicher zu erkennen, als der bei NGC1333 und auch der Konusnebel zeigte sich bei geduldigem Hinschauen im 31ger Nagler mit h-beta-Filter, wenn auch nur schwach angedeutet - aber sicher!

Es folgte für mich der Knaller des Abends: Der Eskimonebel NGC2392. Wir konnten ihn schön hoch vergrößern und dabei echt gut die Struktur ausmachen, die diesem Nebel den Beinamen gab. Irre goil! So gut hab ich diesen planetarischen Nebel zuvor noch nicht beobachtet. Das sah wirklich einmalig aus.

Danach schwenkten wir noch kurz in den Luchs zur Galaxie NGC2683, die mit 16" doch schon recht hell ist und daher auch gut hochvergrößert werden kann, wenngleich dies auch nicht mehr Details brachte. Der schönste Anblick war für mich im 11er Nagler.

Nach sovielen "einfachen" Objekten wollten wir uns nochmal dem bereits oben erwähnten Quasar APM 08279+5255 zuwenden. Hubertus suchte die Region wieder auf und nach wenigen Abgleichungen mit dem Foto war er wieder an der richtigen Stelle. Aber auch heute machte uns der Quasar die Arbeit nicht einfacher. Diesmal brauchte ich auch irgendwie recht lange, um das richtige Feld zu finden und die gesehenen Sterne mit dem Foto abzugleichen. Dann aber klappte es dann doch. Das Aufblitzen erfolgte auch in dieser Nacht wieder nur sehr sperrlich. Nach 3x kurzem Aufblitzen in relativ langer Zeit war ich dann aber sicher, den Quasar tatsächlich gesehen zu haben. Ich konnte ihn endlich als gesichert beobachtet abhaken. Puuuhhhh, was ´ne schwere Geburt.

Ich hatte noch ein weiteres Foto mit einem markiertem Quasar drauf von zu Hause mitgebacht -  den Doppelquasar Q 0957+561 in UMi, den ich vor knapp einem Jahr zum ersten und bisher letzten Mal mit meinem 16" beobachtet hatte. Dieser eigentlich einzelne Lichtpunkt wird durch eine Gravitationslinse, verursacht durch eine davorliegende aber vom Quasar überstrahlte Galaxiengruppe, in zwei ca. 6 Bogensekunden auseinanderliegende Komponenten aufgeteilt. Zuerst dachte man bei seiner Entdekung Ende der 70ger des vergangenen Jahrhunderts, dass es sich um zwei verschiedene Objekte handeln würde. Nachdem man aber entdeckte, dass Veränderungen in der Erscheinung einer Komponente von der anderen zeitverzögert "nachgemacht" wurden, stand dann schnell fest, dass man den ersten optischen Beweis für die Existenz einer Gravitationslinse gefunden hatte. Das Licht der scheinbaren Komponente B erreicht die Erde dabei 14 Monate später, als das Licht von A. Die Rotverschiebung des Doppelquasars liegt bei z=1,41 was einer Lichtlaufzeit von ca. 9 Milliarden Jahren entspricht. Die Gravitationslinse selbst hat eine Rotverschiebung von z=0,36 (= ca. 4 Mrd. Lj).

Visuell interessant an diesem Objekt ist, dass es in den verschiedenen Quellen im Internet lichtschwächer angegeben wird, als der oben beschriebene APM 08279+5255 (ca. 16,5mag), sich aber bei Hubertus in der Sternwarte herausstellte, dass dieses Objekt einfacher zu knacken war, als der APM-Quasar. Dieser Doppelquasar blitzte ständig beim indirekten Beobachten auf. Dauerhaft halten konnten wir ihn beide nicht, aber wie gesagt, schon nach kurzer Zeit am 4,8mm Okular blitze der Quasar mehrfach auf. Trennen konnten wir die beiden scheinbaren Komponenten allerdings nicht.

Auch hier greife ich jetzt nochmal kurz auf Rosenmontag vor, wo ich auch diesen Quasar mit meinem 6" f/5 aus unserer Einfahrt heraus abgelichtet habe:
































Da es in der Rosenmontagsnacht schon recht windig war und ich auch mit 60 Sekunden Einzelbelichtungen schon leichte Strichspuransätze bekam, kann man auf meinem Foto die beiden Komponenten A + B leider nicht richtig trennen, wenngleich bei extremer Bearbeitung ein Teil des länglichen Fleckchens dunkler zu sein schien. Die helle Galaxie auf dem Foto ist übrigends NGC3079, die zum Aufsuchen der Region und für den Beginn des Starhoppings zum Quasar eine große Hilfe ist (s. a. höhere Auflösung in der Fotogallerie "Quasare").

Den Abschluß der Nacht von Sonntag auf Montag machten wir wieder an Saturn. Das Seeing war aber nicht ganz so gut wie in der Freitag-Nacht. Dennoch montierte ich schnell meine kleine Digiknipse mit 9mm T SWM Okular an Hubertus 6" f/15 Refraktor und drehte ein paar AVI´s. Leider ist das Endergebnis nicht ganz so gut geworden, wie ich erhofft hatte. Dennoch vermute ich, dass man den Sturm ganz schwach oberhalb des dunkleren Wolkenbands gerade so erkennen kann. Sicher bin ich mir allerdings nicht.



































Gegen 1.50Uhr machte ich mich auf den Heimweg - 15 Minuten Auto fahren, auspacken, ab ins Bett - nach ca. 3,5 Stunden ging der Wecker wieder. Ab zur Arbeit ...


Montag 07.03. auf Dienstag 08.03.2011
Einfahrt bei mir zu Hause

Zum Rausfahren an meinen bevorzugten BeoPlatz hatte ich keine ausreichende Motivation, sodass ich mich entschloss meinen Fotokram in der Einfahrt aufzubauen, um dort die beiden zuvor mit Hubertus beobachteten Quasare abzulichten. Das tat ich dann auch und während meine EOS vor sich hinbelichtete, beobachtete ich noch ein paar Objekte mit meinem 8" f/6 Dobson, wie z.B. Leo´s Triplet, M51, M81+M82 und den wunderschönen Kugelsternhaufen M3. Richtig geil war aber wieder der Saturn, den ich in meinem Binoansatz mit 280facher Vergrößerung (15mm Hensold Okulare und Siebert GWK mit 3,5facher Brennweitenverlängerung) beobachtete. Das Seeing war zeitweilig immer mal ganz ordentlich, sodass ich auch die Cassiniteilung immer mal wieder gut beobachten konnte. Vor allem schien der Ringplanet förmlich im Raum zu schweben. Ein grandioser Anblick!

Auch dasLeo-Triplet und M3 beobachtete ich mit schwächerer Vergrößerung mit dem Bino, was auch nett war. Aber monokular erscheint mir die Sternabbildung doch ein klein wenig brillianter. Ich bleib für mich dabei: Das Bino ist für mich in erster Linie ein Sonnensystem-Beobachtungsgerät mit hohem Suchtfaktor. Im Deepsky mag ich´s mono doch noch etwas lieber.

Zwischendurch legte sich noch ein Besoffener vor unsere Einfahrt und stöhnte: "Isch hab kein´n Bock mehr auf die Sch..ße. ... Mann, wo bleibsu denn, hol michjetz ab ... ich will nich meeaaa" (Rülps, spuck, ...) Wir hatten Karnevalsfeier des Sportvereins in der Turnhalle und der junge Man wollte scheinbar nach Hause.  :wink: Er schien zwischendurch immer mal etwas vom klicken meiner EOS irritiert zu sein, von der er nur ca. 4-5 Meter entfernt am Bordstein lag. Nach ca. 5-8 Minuten raffte er sich dann auf und versuchte im Laufschritt weiter die Strasse hinaufzukommen, was erstmal kurz von einer Mauer des Nachbarn verhindert wurde, die plötzlich auf die Straße sprang. :mrgreen: Aber er gab nicht auf und setzte seine Heimreise fort. 

Um 1.55Uhr lag ich dann auch in der Heia - wieder zu wenig Schlaf, denn auch am Dienstag morgen nervte der Wecker wieder um 6Uhr in der Früh.


Dienstag 08.03. auf Mittwoch 09.03.2011
An meinem Lieblingsspechtelplatz, ca. 5km von daheim

Ich fuhr gegen 21Uhr zu meinem Lieblingsplatz, bewaffnet mit Fotogedöns und 8" f/6 Dobson. Eigentlich wollte ich wieder von daheim aus "arbeiten", aber die Flutlichtbeleuchtung von Korbachs und Lelbachs Fußpilzplätzen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Nun gut, also alles ins Auto und ab ...

Nachdem ich zuerst die LXD-75 Monti aufgebaut und eingenordet und den Fotonewton darauf startklar gemacht hatte, schoss ich erstmal noch schnell ´n Foddo vom Mond, bevor er wenige Minuten später hinter den Baumwipfeln versinken sollte.



































Während ich dann mit dem Dobson M1, M42, NGC2392 (Eskimo), M81+82, M51 und NGC2903 am Kopf des Löwen auf´s Korn nahm, knipste die EOS am 6" f/5 Newton bei teilweise stark böigen Winden eine Serie von M1. Saturn machte heute auch mit Bino nicht viel her. Es war nicht nur diesiger als am Vortag, sondern auch das Seeing war deutlich schlechter. Aber egal, schön war´s trotzdem, wenngleich ich doch auch merkte, dass mir langsam etwas Schlaf fehlt. Ich hatte auch mein Zeichenkram mitgenommen, konnte mich aber zum zeichnen nicht mehr aufraffen.

Gegen 0.15Uhr machte ich mich auf den Heimweg, sodass ich nach dem Ausladen gegen kurz vor 1Uhr im Bette lag, na ja und wie gehabt, um 6Uhr ...

Gestern Abend habe ich dann endlich die Fotos fertig bearbeitet und so ist mein Krebsnebel geworden:


































So, ich denk es ist mal wieder genug, oder? Diese Beobachtungen, vor allem mit Hubertus an seinem 16"er, haben mir wieder viel Freude bereitet.