Start Selbstbau Sonnenfilter für das Teleskop

Mit einem herkömmlichen Teleskop darf man ohne geeigneten Objektivsonnenfilter auf gar keinen Fall die Sonne beobachten, da das Auge sofort Schaden nehmen würde. Noch immer kommt es vor, dass billigen Teleskopen Sonnenfilter beigelegt werden, die man in das Okular einschrauben kann. Der Einsatz dieser Filter ist allerdings sehr gefährlich, da der ins Okular eingeschraubte Filter sehr nahe am Brennpunkt des Teleskops liegt und sich dort so stark erhitzen kann, dass er platzt. Aus diesem Grund steht in den Bedienungsanleitungen auch meist drin, dass man den Filter nicht in der Mittagssonne und auch nicht so lange nutzen sollte.

Am besten aber ist es, den Filter direkt im Hausmüll zu entsorgen, bevor was passiert. Schäden am Auge sind meist irreparabel.

Viel ungefährlicher ist ein Objektivsonnenfilter, den man direkt vor die Öffnung des Teleskops baut. Somit entsteht erst gar keine Hitze im Brennpunkt, da nur ein winzig kleiner Bruchteil der Sonnenenergie ins Teleskop gelangt. Im folgenden beschreibe ich kurz, wie ich mir für meinen 8" GSO-Dobson mit geringem finaziellen Aufwand einen sicheren Objektivsonnenfilter gebaut habe.

Für meinen Sonnenfilter habe ich folgende Materialien benötigt:

DIN A4 Bogen Baader AstroSolar Sonnenfilterfolie ND5 - kostet ca. 20,-€
Sperrholz (von Papa´s Dachboden)
3 kleine Streifen Weißblech
3 Schrauben M3
9 Muttern M3
12 Unterlegscheiben M3
Silberlack

Die Baader AstroSolar Sonnenfilterfolie gibt es für die visuelle Nutzung mit einer neutralen Dichte ND5 und für fotografische Zwecke mit ND 3,8, welche etwas mehr Sonnenlicht durchläßt. Für die visuelle Nutzung aber auf jeden Fall die ND5-Folie nehmen. Auch mit der ND5-Folie kann man die Sonne fotografieren. Die Sonnenfotos in meiner Fotogallerie habe ich alle mit dem hier vorgestellten Sonnefilter mit ND5-Folie geschossen. Eine neutrale Dichte von ND5 sagt aus, dass das ankommende Licht um den Faktor 1:100.000 gedämpft wird.



























Nun aber zum Aufbau meines 8" Sonnenfilters: Zuerst habe ich mir aus Sperrholz zwei gleichgroße Ringe ausgesägt, deren Außendurchmesser etwas größer als die Tubusöffnung ist. Die Größe der Ringinnendurchmesser habe ich etwas kleiner gewählt, als die minimale Breite des Bogens der Sonnenfilterfolie. Dann habe ich mir die Poitionen für die drei Befestigungsschrauben angezeichnet, die beiden Sperrholzringe mit Schraubzwingen verbunden und im Anschluß die drei Löcher gebohrt. Dadurch das man die beiden Sperrholzringe gleichzeitig durchbohrt sind die Löcher nachher paßgenau, auch wenn man vorher nicht so pingelig genau gemessen hat.

Die Sonnenfilterfolie habe ich dann kreisrund ausgeschnitten, wobei der Kreisdurchmesser eben der minimalen Breite des DIN A4 Bogens der Baader-AstroSolar Sonnenfilterfolie entspricht. Zeichnet man den Kreis so auf die Folie auf, dass der Kreis drei der vier Ränder der Folie berührt, bleibt noch ein schön großer Rest über, mit dem man noch Filter für kleinere Teleskope oder Ferngläser bauen kann.

Die kreisrunde Folie habe ich dann auf einem der beiden Sperrholzringe, die ich zuvor noch silbern lackiert habe, aufgeklebt. Darauf habe ich dann den zweiten Sperrholzring aufgelegt und mittels der drei langen M3-Schrauben verbunden.



























Aus Weißblech habe ich mir drei kleine längliche Metallstreifen zugeschnitten, die die Aufgabe haben, den Sonnenfilter am Tubusabschlußring festzuklemmen. Dazu habe ich auf einer Seite jeweils ein 3,5mm-Loch gebohrt und die andere Seite etwa rechtwinklig davon weggebogen. Im Anschluß werden die Metallstreifen auf die Schrauben geschoben und dort mittels zweier Muttern und Unterlegscheiben an der richtigen Position gehalten. Damit der Tubus nicht verkratzt, habe ich die Streifen noch mit etwas Isolierband umklebt.



























Hier auf dem Foto kann man gut sehen, dass die Schraube zum einen die Aufgabe hat, die beiden Sperrholzplatten, zwischen denen die Filterfolie liegt,  zusammenzuhalten, wie auch den Metallstreifen mittels der beiden Muttern so zu halten, dass der Streifen sich hinter dem Tubusöffnungsring festklemmt. Das funktioniert wunderbar, da zwischen Tubusblech und dem Tubusabschlußring ein kleiner Luftspalt ist. So ist gewährleistet, dass der Filter beim Beobachten nicht verrutschen oder gar ganz abfallen kann, was selbstredend unbedingt vermieden werden muß! Somit steht einer sicheren Beobachtung nichts mehr im Wege.

Im Ganzen sieht das dann so aus:


























Bei der Nutzung eines solchen Sonnenfilters ist unbedingt darauf zu achten, dass nichts die Folie beschädigen kann. Den eventuellen Mitbeobachtern sollte klar gemacht werden, dass man nicht auf die Folie fasst, geschweige denn irgendeinen Gegenstand dagegen wirft. Die Folie ist zwar recht stabil, dennoch ist natürlich irgendwo der Punkt erreicht, wo die Folie eventuellem Druck nachgibt und der Schutz für das Auge verloren geht. Auch sollte man die Folie vor jeder Nutzung mal gegen das Sonnenlicht halten, um zu schauen, ob sie noch in Ordnung ist. Nicht vergessen, es geht um die Unversehrtheit des Augenlichts. Zwei Augen sehen immer mehr als eins. ;-)