Start Selbstbau Veloursauskleidung eines 8"-Newton

Warum kleidet man sein Teleskop mit Velours aus? Einfach erklärt - um den Kontrast zu erhöhen.

Die meisten (alle?) günstigen Telskope haben einen glatten, relativ hellen Innenanstrich im Tubus, welcher leider dazu beiträgt, dass einfallendes Fremdlicht (Laternen, Mond, allgemein aufgehellter Himmel) die Abbildung im Okular stört, weil es an der Tubusinnenwand weiter hin und her durch den beabsichtigten Strahlengang der Optik refektiert wird und dadurch leider, wenn auch abgeschwächt, das Okular, bzw. die Kamera erreicht. Dadurch wird der Hintergrund aufgehellt und das Bild verliert an Kontrast. Der schwarze Velours sorgt dafür, dass einfallendes Streulicht kaum noch reflektiert wird, was zum einen an der Schwärze, zum anderen aber auch an der "faserigen" Oberfläche liegt.

Kaufen kann man die selbstklebende Veloursfolie im "gut sortieren Baumarkt". Was auch immer das heißen mag. Diese Info hab ich jedenfalls einem Astronomie-Forum entnommen und auch auf anderen Websiten gefunden. In unserer 20.000 Einwohner zählenden Kreisstadt hat´s drei Baumärkte und nicht einer davon hatte selbstklebendes Velours. Sollte man dann doch einen veloursführenden Baumarkt gefunden haben, dann gibts dies dort wohl meistens in 1 Meter langen, 45cm breiten Rollen. Ich habe mein Velours als Meterware (auch 45cm breit) in einem 20km entfernten Stoffgeschäft gefunden.

Bevor es dann mit dem Kleben losgehen konnte, mußte natürlich erstmal alles vom Tubus abgebaut werden.



























Die Veloursfolie habe ich zuvor auf dem Fußboden ausgerollt und an den Enden beschwert, damit sie sich nicht so schnell wieder einrollt. Da das neue Velours relativ stark fusselt, habe ich es erstmal gründlich abgesaugt. Nach der Berechnung des Tubusumfangs (ca. 72cm) habe ich die Veloursfolie in 74cm Stücke geschnitten. Da ich schon mehrfach gelesen hatte, dass man die 45cm breiten Bahnen am besten nochmal halbiert, damit beim Verkleben der Folie möglichst keine Luftblasen entstehen, habe ich dies auch so gemacht. Und ich bin froh, dass ich es erst gar nicht versucht habe, die 45cm breiten Bahnen zu verlegen. Es ist nämlich schon recht kniffelig, in einem Rohr mit nur 23cm Durchmesser eine recht gut klebende Folie zu verlegen.

Schon nach Verlegen der ersten Bahn kann man sehr deutlich sehen, wieviel weniger Streulicht reflektiert wird.



























Ab der dritten Bahn wirds dann recht eng im Rohr. Mit einer Hand zieht man ja die Schutzfolie von der Klebeschicht ab, während man mit der anderen den Belag an den Tubus drückt. Bei der mittleren Bahn war ich ganz froh, dass mir zwei zusätzliche helfenden Hände zur Verfügung standen. So konnte ich von der einen Tubusseite die Folie andrücken, während mein Helfer (Danke Papa) von der anderen Seite die Schutzfolie lösen und die Folie ein wenig in Position halten konnte. Die einzelnen Bahnen habe ich ca. 1 cm überlappen lassen.




















































Da ich den Tubus einmal zerlegte hatte, habe ich gleich noch zwei Modifikationen durchgeführt: Zum einen habe ich einen zufällig im bekannten, schwedischen Möbelhaus entdeckten Mondknopf zum schubsen des Dobson montiert.



























Sieht das nicht klasse aus? Und funktionell ist es auch noch. Da die Finger `ne recht große Auflagefläche haben, funzt das schubsen mit dem einen Knopf sehr gut.


































Selbst mit Winterhandschuhen, die ich in der kalten Jahreszeit mit rausnehme, läßt sich der Griff noch gut fassen.

Desweiteren habe ich noch das 8x50-Sucherfernrohr ein wenig weiter vom Okularauszug weg versetzt, damit ich meinen Rigel Quickfinder Zielkreissucher direkt neben dem OAZ plazieren konnte.


Zu sehen sind hier die angezeichneten Markierungen für die neuen Befestigungslöcher des 8x50 Sucherfernrohrs und die Kleberrückstände der zuvor an dieser Stelle angeklebten Basis des Rigel Quickfinder.

















Das Sucherfernrohr nutze ich nicht so oft wie den Quickfinder, sodass ich es für sinnvoll erachtete, die beiden Aufsuchhilfen umzupositionieren, zumal ich so auch zum justieren des Quickfinders nicht immer um das Sucherfernrohr herumgreifen muß.

Und so sieht mein 8" f/6 GSO Dobson nun aus: